Eine Zahl gibt es, die im Bericht der Regionalpolizei Oberes Fricktal in den letzten Jahren durch einen stetigen Anstieg heraussticht: Diejenige der Fälle von häuslicher Gewalt. Waren es im Jahr 2017 noch 53, sind es im letzten Jahr 62 Fälle gewesen, welche aus den 21 angeschlossenen Gemeinden gemeldet wurden. Damit hat sich die Fallanzahl von häuslicher Gewalt im Vergleich zu 2014 (27) mehr als verdoppelt.

Es ist jedoch nicht davon auszugehen, dass es per se mehr Fälle gibt, sondern, dass diese aufgrund der gesellschaftlichen Sensibilisierung heute eher ans Tageslicht kommen, so Werner Bertschi, Leiter der Regionalpolizei Oberes Fricktal, am Dienstagmorgen an der Medienkonferenz zum Jahresbericht. «Die Hemmschwelle, häusliche Gewalt zu melden, ist bei den Betroffenen und deren Umfeld weiter gesunken.» Positiv sei, dass dies eine frühzeitige Intervention der Polizei ermögliche und man damit präventiv potenziellen Gewaltdelikten im häuslichen Kontext entgegenwirken könne.

Erfreulich für die Regionalpolizei Oberes Fricktal ist, dass die Anzahl an Einbruchsdiebstählen, für welche die Kantonspolizei zuständig ist, im Perimeter des Fricker Stützpunktes der Kantonspolizei von 73 im Jahr 2017 auf 56 gesunken ist – dies vor dem Hintergrund einer Zunahme an Einbruchsdiebstählen in den Perimetern der Stützpunkte Brugg und Rheinfelden.

Insgesamt 1648 Fälle hat die Regionalpolizei Oberes Fricktal im letzten Jahr abgeschlossen und behandelt. Dies entspricht einem Rückgang um 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Etwa die Hälfte der Fälle – 822 – betraf die Erledigung von Rechtshilfeersuchen. Auf Rang zwei folgen Zustellungen (287), dahinter Aufträge für das Strassenverkehrsamt (199). Neben den behandelten Fällen ist auch die Anzahl an Stunden uniformierter Präsenz von 9930 auf 9334 gesunken. «Unfall- oder krankheitsbedingte Absenzen und eine dreimonatige Abkommandierung zum Dienst der Kantonspolizei führten zu personellen Vakanzen», sagt Bertschi.

8,8 Prozent waren zu schnell

187 Geschwindigkeitskontrollen hat die Regionalpolizei Oberes Fricktal im Jahr 2018 durchgeführt. Aufgrund von Engpässen waren dies 55 Kontrollen weniger als im vorletzten Jahr. Von 100'823 Fahrzeugen waren 8918 zu schnell unterwegs. Dies entspricht einer Übertretungsquote von 8,8 Prozent, die im Jahr zuvor mit 9,4 Prozent geringfügig höher lag. Von den 8918 Fahrzeugen, die zu schnell unterwegs waren, überschritten 95 Lenker die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit um mehr als 15 km/h.

«Im Bereich der Verkehrssicherheit haben wir einen Schwerpunkt auf die Fahrfähigkeit der Fahrzeuglenker gelegt», sagt Bertschi. Dies macht sich an den Fallzahlen bemerkbar. 22 Anzeigen wurden wegen Fahren im angetrunkenen Zustand erstattet. Im Jahr zuvor waren es noch 14 Anzeigen. Ebenso stieg die Zahl an Anzeigen wegen Fahren unter Drogeneinfluss von fünf auf acht an. Insgesamt blieb die Anzahl von Anzeigen im Bereich des Strassenverkehrsgesetzes mit 444 – im Vorjahr 455 – nahezu konstant. Ein anderes Bild zeigt sich bei den Anzeigen gemäss Strafgesetzbuch. Hier gab es einen Rückgang von 100 auf 60 Anzeigen. «Dies vor allem deshalb, weil die Betreibungsämter weniger Personen angezeigt haben», sagt Bertschi.

Wie 2018 werde man auch in diesem Jahr vermehrt stehende Verkehrskontrollen durchführen. «Auffällig ist, dass Fahrverbote systematisch ignoriert werden», sagt Bertschi. Dies gilt aktuell für die mit einem Fahrverbot belegte Hintere Bahnhofstrasse, die einige als Schleichweg nutzen, um die Baustelle auf der Winterthurerstrasse in Laufenburg zu umfahren. «Diesbezüglich klären wird gerade den Einsatz einer Kamera ab», so Bertschi.