Mit dem Ziel, die bestmöglichen Lösungen für die Gestaltung des öffentlichen Raums in der Laufenburger Altstadt zu suchen, lud der Bewohnerverein Altstadt Laufenburg am Mittwoch zu einem Dialogabend ein. Mit dem Abend könnte ein Grundstein für einen guten Dialog im gegenseitigen Respekt gelegt worden sein. Die Willensbekundungen, die Herausforderungen anzunehmen weiter am Dialog zu arbeiten, waren jedenfalls von den verschiedenen Interessensgruppen da.

Deutlich wurde allerdings auch, dass es noch einen langen Atem und viele weitere Gespräche und Annäherungen braucht, bis sich die Interessen und Bedürfnisse der vielen Nutzer des öffentlichen Raums unter einen Hut bringen lassen. Auf der einen Seite gibt es Personengruppen, welche die Altstadt als grosses «Event-Lokal» sehen. Andere Personen, die in der Altstadt leben, sehen sie dagegen als ihr erweitertes Wohnzimmer an und wollen dort weitgehend ihre Ruhe haben.

Unterschiedliche Interessen

Und da tauchte die Frage auf, ab wann ist ein Geräusch Lärm? Schon allein in diesem Bereich entstehen grosse Konfliktsituationen innerhalb der beiden Interessengruppen, was am Dialogabend nicht zu überhören war. Aus den Reihen der Zuhörer kam dann auch prompt die Aussage: «Die Altstadt ist eh schon tot, soll sie noch ‹toter› gemacht werden?» Denn die Stadt lebe nur, wenn auch Besucher in die Stadt kämen, wurde betont.

Mitglieder vom Bewohnerverein äusserten dagegen die Ansicht, dass es in der Altstadt nicht ausgewogen zugehe und sie mit ihren Anliegen nicht genügend gehört werden. Dann gibt es auch noch die Firmen und Geschäfte, die einen guten Zugang für ihre Kunden haben wollen. Ein weiteres Kriterium sind die Lokale, die ihre Tische auf die Gasse stellen.

Was dabei am Tag durchaus erwünscht ist, führe nachts zu grossen Konflikten, wie Tom Steiner ausführte. Der Dozent an der Fachhochschule Zentralschweiz und Geschäftsführer des Zentrums öffentlicher Raum «ZORA», begleitete den Abend als Fachperson.

Nicht in Museum verwandeln

Auch die Stadt kam in die Kritik, denn ausser dem Lärm, der durch Veranstaltungen entsteht, wurden auch die zum Teil langen Bauzeiten im Bereich der Aufarbeitung der Infrastruktur bemängelt. Vizeammann Meinrad Schraner betonte, dass sich die Stadt in vielen Bereichen verbessern könne und viele der angesprochenen Themen die Stadt zukünftig beschäftigen werden. Christine Ziegler von «inter-act» aus Rheinfelden, die die Gesprächsrunde moderierte, mahnte an, die Laufenburger Altstadt nicht in ein Museum verwandeln zu wollen.

Das eigentliche Thema, das sich der Bewohnerverein für den Abend auf die Fahnen geschrieben hatte – «Was machen wir in Zukunft mit unserem öffentlichen Raum» – kam etwas zu kurz. Ideen wurden dazu nicht auf den Tisch gebracht, vielmehr ging es in weiten Strecken um Vergangenheitsbewältigung. Kurt Brandenberger vom Bewohnerverein betonte abschliessend, dass man erst am Anfang von einem langen Dialog stehe, der fortgesetzt werden soll. Am Podiumstisch nahmen Vizeammann Meinrad Schraner, René Leuenberger, Vizepräsident Gewerbeverein Region Frick/Laufenburg, Altstadtbewohnerin Edita Soldati und Roman Maier, Vizepräsident der Städtlefasnacht, Platz.