Fricktal

Erst zu kalt, dann zu trocken: Witterung vermiest Honig-Ernte

Imkerin Ruth Kohler aus Herznach betreut zusammen mit zwei weiteren Imkern 60 Bienenvölker.

Imkerin Ruth Kohler aus Herznach betreut zusammen mit zwei weiteren Imkern 60 Bienenvölker.

Für die Bienen war das Frühjahr zu kalt und der Sommer zu trocken – Imker hatten dieses Jahr nicht viel zu schleudern.

Die Bienen hatten es dieses Jahr auf der Suche nach Nektar und Honigtau nicht leicht. Davon kann Thomas Senn, Imker aus Gansingen, ein Lied singen. «Es war das erste Mal seit 40 Jahren, dass ich meine Bienenvölker Ende Juli füttern musste, damit sie über den Winter kommen.» Grund, weshalb Senn dieses Jahr keinen Sommerhonig schleudern konnte, war die extreme Trockenheit, die für dürre Wiesen sorgte.

Besser sieht es bei Senn in Sachen Frühlingshonig-Ernte aus – auch wenn sein Ertrag mit rund 200 Kilogramm um etwa 100 Kilogramm unter dem eines gewöhnlichen Jahres blieb. «Das Frühjahr war sehr nass und kalt, sodass die Bienen lange Zeit nicht ausfliegen konnten, um die Blüten des Raps abzuholen», erklärt Senn die unterdurchschnittliche Ernte.

700 Kilogramm weniger Honig als letztes Jahr

Ähnlich erging es der Imkerei Kohler aus Herznach, die 60 Bienenvölker besitzt. Als die Bienen im Frühjahr endlich ausfliegen konnten, war das Gros der Blütezeit schon vorbei», sagt Imkerin Ruth Kohler. Während der Imkerbetrieb letztes Jahr noch einen Ertrag von rund 1000 Kilogramm verbuchte, blieb er dieses Jahr mit 300 Kilogramm weit unter dem Durchschnitt eines gewöhnlichen Jahres zurück.

Gar leer bei der Honigernte ging Brigitte Denk, Präsidentin des Imkervereins Rheinfelden, aus. «Wir gehen schonend mit unseren zwölf Völkern um und lassen ihnen relativ viel Honig für den Eigenbedarf», sagt sie.

Eine Herausforderung, mit der dieses Jahr viele Imker der Region umgehen mussten, sei diejenige der Schwarmbildung gewesen, so Denk. «Weil die Bienen aufgrund der kalten Temperaturen nicht ausfliegen konnten, gleichzeitig aber die Population täglich anwuchs, sei es in den Bienenstöcken zuweilen sehr eng geworden», erklärt sie. Deswegen war Denk im Frühjahr damit beschäftigt, Ableger zu bilden, indem sie die alten Königinnen und Teile der einzelnen Völker nahm und an andere Standorte platzierte. «Aber selbst danach kam es noch zu Schwarmbildungen», so Denk.

In Oeschgen sammelten die Bienen eifrig den Nektar

Ruedi Heusser, Präsident des Imkervereins Fricktal, betreut 24 Bienenvölker, davon 16 in Oeschgen. Er sagt, dass man in diesem Jahr Glück gehabt habe. «Obwohl, die Bienen im Frühling lange Zeit im Stock sitzen mussten und die Wege zum Raps weit waren, haben sie in einem kurzen Zeitraum eifrig gesammelt.» So erntete der Imkerverein Fricktal im Frühling 300 Kilogramm an Blütenhonig. Im Sommer waren es noch einmal 140 Kilogramm. «Damit sind wir zufrieden. Zumal es dieses Jahr keinen dunklen Waldhonig gab.»

Dies bestätigen auch die anderen angefragten Imker. «Für die Blattläuse, die den Honigtau an den Bäumen fliessen lassen, war es in den Wäldern schlichtweg zu trocken», sagt Senn.

Verwandte Themen:

Autor

Dennis Kalt

Meistgesehen

Artboard 1