Motti Wolkenbruch, ein junger orthodoxer Jude aus Zürich, der sich in eine Nicht-Jüdin verliebt, eroberte erst den Literaturmarkt und dann die Leinwand. Geschaffen hat die Figur der Schriftsteller Thomas Meyer. Mit seinem Romandebüt gelang ihm gleich ein grosser Erfolg – und er erhielt die Anfrage, auch das Drehbuch für die Verfilmung des Romans zu schreiben. Dies sei kein alltäglicher Vorgang, betonte Philipp Weiss von Fricks Monti bei der Medienkonferenz zum bevorstehenden Open-Air-Kino, das am Mittwochabend mit dem Film «Bohemian Rhapsody» startet. Und auch Meyer, der zusammen mit Regisseur Michael Steiner für eine Schulvorführung in Frick weilte, gab zu, dass es «schon ein ungewöhnliches Päckli» sei, dass ein Autor sein erstes Filmdrehbuch für die Verfilmung seines eigenen Erstlingsromans schreibe.

Unter der Regie von Michael Steiner ist schliesslich ein Film entstanden, der im letzten Jahr in die Schweizer Kinos kam und nun bereits in den Allzeit-Top-Ten der Schweizer Kinofilme angekommen ist. Die Dreharbeiten sind bereits zwei Jahre her. Trotzdem sprechen Steiner und Meyer noch immer gerne von ihrem Film. «Schliesslich wünscht man sich, dass sein Film eine lange Halbwertszeit hat und im Gedächtnis bleibt», so Steiner. Dies sei ihnen mit dem «ersten gemeinsamen Baby» gelungen.

Regisseur ist vor Ort

Das Baby zieht nun bereits in die weite Welt. Der Streamingdienst Netflix hat den Film als erste Schweizer Produktion überhaupt gekauft und zeigt ihn ab September weltweit. «Das macht einen schon stolz», sagt Michael Steiner. Es ist aber auch gleichbedeutend mit der Auflage, dass der Film im Ausland nicht in die Kinos kommt und auch an keinen Festivals mehr gezeigt wird. «Das ist etwas schade, da wir so nicht in den direkten Kontakt mit dem Publikum an Premieren oder Festivals kommen», so Steiner weiter. Auch wenn die weltweiten Reaktionen «schwieriger zu erspüren seien», sei er sehr gespannt darauf, wie «Wolkenbruch» ankomme.

In Frick ist allerdings noch einmal ein direktes Feedback möglich. Regisseur Michael Steiner wird am Mittwoch, 24. Juli, im Open-Air-Kino vor Ort sein und vor der Filmvorführung, die zirka um 21.45 Uhr startet, für Fragen zur Verfügung stehen. Möglich, dass sich auch Thomas Meyer noch spontan zu einem Open-Air-Kinobesuch entscheidet. Man könne sich ja mit den Kindern in Frick treffen, witzelte Steiner. Es wäre die Gelegenheit, ein weiteres Mal zu sehen, wie das «Baby» ankommt.