Rheinfelden

Er bleibt der unangefochtene Chef im Rathaus von Rheinfelden

Im Innenhof des Rathauses: Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden, blickt zufrieden auf die letzten Jahre zurück. Emanuel Freudiger

Im Innenhof des Rathauses: Franco Mazzi, Stadtammann von Rheinfelden, blickt zufrieden auf die letzten Jahre zurück. Emanuel Freudiger

Franco Mazzi (FDP) muss bei der Wahl des Stadtammanns erneut keine Konkurrenz fürchten. Zur Initiative für einen Einwohnerrat will er keine Stellung beziehen.

Seit acht Jahren ist er im Amt, und er scheint fester im Sattel zu sitzen als je zuvor. Zum zweiten Mal in Folge kann er zur Wiederwahl als Stadtammann von Rheinfelden antreten, ohne dass sich ihm ein Gegenkandidat in den Weg stellt. Er und seine Partei können es sich sogar leisten, für die Wahlrunde vom 24. November die gleichen Plakate aufzuhängen wie für die Stadtratswahlen im August.

Da schwang Franco Mazzi wie schon bei den Wahlen von 2009 und 2005 als klarer Spitzenreiter obenaus. Sein Wahlergebnis bezeichnet er als «schönes Resultat» und als Bestätigung für die eigene Arbeit: «Offenbar haben viele Leute das Gefühl, dass ich in den letzten Jahren meine Sache gut gemacht habe.» Ebenso unbestritten erscheint Vizeammann Brigitte Rüedin (SP), die sich ebenfalls der Wiederwahl stellt.

Stadtrat als «Auftragsempfänger»

Auf elf Dienstjahre in der Stadtregierung kommt der Ur-Rheinfelder (54) mittlerweile, drei als Stadtrat und acht als Stadtammann. Seine politische Tätigkeit sieht er als «Arbeit an der Heimat». «Ich bin aus der Wirtschaft aus- und in die Politik eingestiegen, weil ich in Rheinfelden verwurzelt bin.» Seit diesem Jahr sitzt er auch im Grossen Rat in Aarau.

Als «klar, konkret und mit Weitsicht» tritt er auf seinen Wahlplakaten auf. Ebenso sehr am Herzen liegt ihm die Sachlichkeit. Diese sei es, die den Stadtrat trotz vieler intensiver Diskussionen einige, sagt Mazzi. «Sachlich» werde auch seine Partei abwägen, wie sie sich zur Initiative für die Einführung eines Einwohnerrats stellen wird. Die FDP will zuerst an einem öffentlichen Podiumsanlass das Für und Wider eines Stadtparlaments erörtern, bevor sie ihre Position festlegt. «Das ist typisch FDP», so Mazzi. «Das gefällt mir.»

Er selbst zeigt sich in dieser Diskussion zugeknöpft. Mazzi wird auch nicht den Standpunkt der FDP vertreten, wenn sich die Partei für eine Parole entschieden hat. Auch der Stadtrat als Gremium werde sich nicht für oder gegen einen Einwohnerrat aussprechen, auch wenn sich einzelne Ratsmitglieder öffentlich zu dieser Frage äussern. Mazzi: «Der Stadtrat versteht sich als Auftragsempfänger.»

Die Frage des politischen Systems wird nach seiner Einschätzung zu den Schwerpunkten in der Arbeit des Stadtrats in den nächsten Jahren gehören. Eine grosse Herausforderung werde es für die Stadt auch sein, das Investitionsprogramm zu bewältigen, ohne sich neu zu verschulden.

Vor Millionen-Investitionen

Der Stadtrat plant für 2014 Investitionen von über 15 Millionen Franken und rechnet für die folgenden drei Jahre mit einem Finanzierungsbedarf von 50 bis 60 Millionen Franken (die az berichtete). Die dicken Brocken wie zum Beispiel die Umbauten des Roten Hauses und des Restaurants Salmen kann die Stadt stemmen, weil sie stets ansehnliche Rechnungsüberschüsse erwirtschaftet und ein Eigenkapital von 17 Millionen Franken gespart hat.

Dass Rheinfelden einen finanziellen Handlungsspielraum zurückgewonnen hat, darauf ist der Stadtammann stolz. Mazzi: «Wir dürfen zufrieden auf die letzten acht Jahre zurückblicken.» Die Stadt brachte einen Schuldenberg von 30 Millionen Franken zum Verschwinden. «Unsere Devise war: Zuerst machen wir das, was mir müssen, dann das, was wichtig ist, und auf alles andere verzichten wir», erklärt Mazzi.

Zugute gekommen seien der Stadt auch die günstige wirtschaftliche Entwicklung und der Anstieg der Steuereinnahmen. 2009 und 2012 konnte die Stadt sogar den Steuerfuss heruntersetzen. Wegen der geplanten Investitionen erscheinen dem Stadtrat weitere Steuersenkungen zumindest bis 2017 «nicht opportun», wie sich Mazzi ausdrückt.

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