Region

Endlich wieder Pilze im Wald

Die Pilzkontrolleure in der Region haben derzeit alle Hände voll zu tun – die Saison sei «ausgezeichnet» angelaufen, sagt Eugen Zulauf aus Möhlin. (Symbolbild)

Die Pilzkontrolleure in der Region haben derzeit alle Hände voll zu tun – die Saison sei «ausgezeichnet» angelaufen, sagt Eugen Zulauf aus Möhlin. (Symbolbild)

Nach zwei schlechten Jahren können sich die Sammler diesen Herbst über eine gute Pilzsaison freuen.

Die gute Laune ist Maria Kuhn anzuhören. Die Pilzkontrolleurin aus Mettauertal hat einen erfolgreichen Morgen hinter sich. «Stockschwämmli, flockenstielige Hexenröhrlinge und ein schiefknolliger Anis-Champignon», zählt sie die Ausbeute an Speisepilzen auf. Das Pilzkörbli war bei der Heimfahrt vom Etzwiler Wald jedenfalls gut gefüllt.

Die Pilze bereitet Kuhn auf verschiedene Arten zu, friert einen Teil ein oder verteilt sie im Dorf. «Es gibt immer jemanden, dem ich damit eine Freude machen kann», sagt sie.

Viele Speisepilze gefunden

In diesem Jahr dürften so einige Mettauertaler beschenkt werden, denn: Die diesjährige Pilzsaison ist eine gute, da sind sich die meisten Kontrolleure aus der Region einig. «Wunderbar», nennt Maria Kuhn die Saison, es habe so viele Pilze wie schon lange nicht mehr. «Ausgezeichnet» sei die Saison angelaufen, sagt auch Eugen Zulauf, Kontrolleur in Möhlin. 80 Kontrollen habe er in dieser Saison bisher durchgeführt. Zum Vergleich: Im ganzen letzten Jahr waren es 30 Kontrollen.

Aber nicht nur besonders viele Pilze spriessen in diesem Jahr, sondern auch besonders viele der beliebten Speisepilze. Eierschwämmli (zu deutsch: Pfifferlinge) etwa oder auch Steinpilze – «es ist alles in rauen Mengen vorhanden», sagt Zulauf und fügt mit einem Lachen an: «Es scheint, als würden die Pilzsammler in diesem Jahr für die beiden letzten Jahre entschädigt.»

Sowohl 2015 als auch 2016 nämlich sorgten die schlechten Bedingungen dafür, dass kaum ein brauchbarer Pilz gefunden wurde. «Dieses Jahr aber hat einfach alles gepasst», sagt Zulauf. «Es hat immer wieder geregnet und trotzdem blieb es warm.» Er macht deshalb auch für die kommenden Wochen eine vielversprechende Prognose: «Mit den Spätherbst- Pilzen dürfte die Saison bis Ende Oktober andauern.»

Kontrolleure mahnen zur Vorsicht

Bei all der Freude über die gute Saison mahnen die Pilzkontrolleure allerdings auch zur Vorsicht. Denn die feinen Speisepilze haben oft nicht-essbare Doppelgänger. Und derzeit spriessen eben auch diese ungeniessbaren oder giftigen Pilze. Sie lösen Durchfall, Erbrechen oder noch Schlimmeres aus.

«Der Grüne Knollenblätterpilz etwa ist kaum von einem Grünen Täubling zu unterscheiden», sagt Peter Buser, Kontrolleur in Magden. Während der Täubling aber ein Speisepilz ist, kann der Knollenblätterpilz tödliche Vergiftungen auslösen. Daneben drohen auch weniger gravierende, aber trotzdem unangenehme Verwechslungen. Wer zum Beispiel einen Gallenröhrling statt einen Steinpilz isst, macht eine im wahrsten Sinne des Wortes bittere Erfahrung.

Für die Kontrolleure ist deshalb klar: Pilzsammler sollten ihren Fund vor dem Essen dem Fachmann oder der Fachfrau zeigen. «Es gibt Erkennungsmerkmale, die Laien kaum unterscheiden können», sagt Buser. Dazu gehören auch nicht optische Merkmale, wie die Konsistenz oder der Geruch. Teilweise sind sich dabei nicht einmal die Kontrolleure selber sicher. «Habe ich auch nur den kleinsten Zweifel, wird der Pilz aussortiert», sagt Buser.

Die Experten aus der Region raten davon ab, sich auf Bücher oder Apps zu verlassen. Auch die Beratungsstelle Tox Info Suisse warnt in einer Mitteilung: «Pilze können keinesfalls anhand von Bildern identifiziert werden.» Besteht der Verdacht einer Vergiftung, sei sofort die Notfallnummer 143 anzurufen.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1