Geschaffen werde, so das Ziel, ein Begegnungsraum für Asylsuchende, Flüchtlinge sowie die einheimische Bevölkerung aus dem oberen Fricktal, sagt Iris Schütz, Vizeammann in Effingen und Vorsitzende des Betreuungsteams Asylwesen.

«Der Treffpunkt bietet die Möglichkeit, gemeinsam tätig zu sein, Kontakte zu knüpfen, fremde Menschen und andere Kulturen kennenzulernen und sich auszutauschen.» Für die Leitung verantwortlich zeichnet eine Bäuerin aus dem Betreuungsteam Asylwesen. Es bestehe die Gelegenheit, voneinander zu lernen, sich zu helfen, eine gemeinsame Betätigung und Beschäftigung zu finden, fügt Iris Schütz an. Das Potenzial und die Kompetenzen der Asylsuchenden und Flüchtlinge könnten genutzt und gefördert werden.

Sie ist überzeugt, dass mit diesem Projekt die Akzeptanz für diese Menschen gestärkt, die regionale Vernetzung und Zusammenarbeit im Bereich des Flüchtlings- und Asylwesens verstärkt werden kann. «Die Asylsuchenden und Flüchtlinge ihrerseits lernen unsere Sprache, Gepflogenheiten und Werte im Alltag kennen.»

Von Begeisterung bis Skepsis

An einem Tag pro Woche, ist vorgesehen, wird gemeinsam Brot und Gebäck aus verschiedenen Ländern und Kulturen gebacken. Die Brotbackstube steht an diesen Tagen übrigens allen Interessierten offen um selbst zu backen oder die angebotenen Backwaren zu probieren und bei einer Tasse Kaffee oder Tee zu verweilen. Anwesend sind jeweils zwei Personen des Betreuungsteams Asylwesen. Pro Jahr organisiert dieses überdies mindestens vier grössere, saisongerechte Anlässe: gemeinsames Eierfärben zu Ostern, Brunch mit multikulturellem Angebot, Grillplausch im Sommer oder Adventsanlass.

Die Reaktionen auf das Vorhaben seien unterschiedlich, reichen von Begeisterung bis zu einer gewissen Skepsis, räumt Iris Schütz ein. «Viele Leute können sich noch nicht so recht vorstellen, wie der Betrieb aussehen soll.» Aber: Es gelte, einmal zu starten. Auf Wünsche, Bedürfnisse und Vorschläge der Besucher soll künftig eingegangen werden. Denkbar sei, den Betrieb und das Angebot zu variieren. Ebenfalls soll der Raum allenfalls auch von anderen Gruppen gemietet und benützt werden können. Das Betreuungsteam jedenfalls sei voller Vorfreude, sagt Iris Schütz. Laufend würden Ideen ausgetauscht.

Noch bleibt einiges zu tun

Derzeit sind die Renovations- und Umbauarbeiten in der gemeindeeigenen Liegenschaft – die ebenfalls unter dem Namen Milchhüsli und Salzhüsli bekannt ist – in vollem Gang. Begonnen haben die Tätigkeiten Anfang September. Bereits gekümmert haben sich die Helfer um die Leitungen für Strom, Wasser und Abwasser, die neue Tür sowie das neue Unterdach und die Isolation. Ebenfalls verstärkt wurden die Sparren.

Einiges bleibt zu tun: Die Bodenplatten müssen verlegt, die Dachschrägen verkleidet und die Wände verputzt werden. Apropos: Benötigt wird ein Spezialputz, denn notwendig ist eine gute Hinterlüftung. Weiter werden die Garderobe, der Durchlauferhitzer, der Ofen, die Arbeitsfläche und die Spülbecken eingebaut.

Da sowohl die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten als auch die Bauausführung zu einem grossen Teil ehrenamtlich erfolgen – das heisst am Feierabend und Wochenende – ist der Baufortschritt stark von der vorhandenen Zeit der freiwilligen Helfer abhängig, gibt Iris Schütz zu bedenken. Allerdings: Auf diese Arbeitseinsätze seien die Verantwortlichen angewiesen. Denn eine Herausforderung sei es, das knapp bemessene Budget nicht zu sprengen.

Dieses beträgt alles in allem 50'000 Franken. Schon gesprochen wurde ein Beitrag aus dem Swisslos-Fonds von 30'000 Franken für dieses Projekt im Bereich Flüchtlingswesen. Auch die Gemeinde beteiligt sich mit 10'000 Franken. Gerechnet wird mit Eigenleistungen von rund 10'000 Franken.

Im «Gelben Blatt», dem Mitteilungsblatt der Gemeinde, publizierte das Betreuungsteam Asylwesen einen Aufruf: Für den Betrieb werden gut erhaltene Backutensilien gesucht. «Wir haben eine Küchenmaschine, viele Backformen – darunter sehr schöne und alte – sowie eine grosse Backmulde aus Holz bekommen», freut sich Iris Schütz. Benötigt wird jetzt vor allem noch eine Knetmaschine.