Die Gemeinde Frick kann auf eine spannende, ereignisreiche Geschichte zurückblicken. Viele Funde belegen die Besiedlung schon in der Bronzezeit und in der Römerzeit war der Ort bedeutend für die Verbindung zwischen Vindonissa und Augusta Raurica. Seit 1982 erforscht der Arbeitskreis Dorfgeschichte Besiedlung, Wirtschaft, Handel und manches mehr und veröffentlicht die Ergebnisse in der Buchreihe «Frick – Gestern und Heute».

Am Sonntag stellte der Arbeitskreis den 13. Band vor. Die Schwerpunktthemen im neusten Band sind die bronzezeitlichen Keramikfunde auf dem Seckenberg, Neues zum römischen Frick, Spuren des Gelehrten Heinrich Zschokke, ein Rückblick auf die Zeit vor 100 und 200 Jahren, das aufsehenerregende Autorennen 1902 sowie Ereignisse von 2014 bis 2018.

Rennfahrer fuhren durch Frick

Nach der Begrüssung der Gäste im Pfarreizentrum Rampart durch Gemeindeammann Daniel Suter durften die Besucher in Wort und Bild tief eintauchen in lange zurückliegende Epochen. Der Präsident des Arbeitskreises, Heinz Schmid, führte aus, dass eher durch Zufall von Ernst Wälchli, Laborchef des Tonwerks, bronzezeitliche Tonscherben gefunden und danach fachmännisch ausgegraben wurden. 3000 Jahre schlummerten sie dort unentdeckt, weil sie an einer Stelle lagen, die zu keiner Zeit besiedelt war.

Wie kamen diese Stücke in markanter Farbgebung und mit prägnanten Verzierungen dahin? Das Buch bietet dazu Ausführungen, bei denen auch neue Erkenntnisse zum Herstellungsprozess beschrieben werden. Schmid ging weiter auf Neues zum römischen Frick ein – gefunden durch Grabungen der Kantonsarchäologie Aargau. Weiter ging die Zeitreise in die Anfangsjahre des 19. Jahrhunderts zu Heinrich Zschokke, eingebürgert als Gelehrter in Ueken. Im Auftrag des Kantons erstellte Zschokke eine Momentaufnahme der Gemeinde Frick und zeigte, dass die Zustände keineswegs gut waren.

Beim Autorennen von Paris nach Wien im Jahr 1902 gab es einen spektakulären Zwischenhalt in Frick. Die Bürger staunten, waren doch auch Frauen dabei. Aber nicht alle waren begeistert, die Fahrer wirbelten nicht nur auf den unbefestigten Strassen mächtig Staub auf, auch sie selbst sahen dreckbeschmutzt und mit riesigen Brillen wie Mumien aus.

Im Band wird das Rad der Geschichte zurückgedreht in die Zeit vor 100 und 200 Jahren, die entbehrungsreich waren durch Krankheiten, Wetterkapriolen, Missernten, Verarmung. Wie ein Dokument belegt, war es damals durch erhobene Steuer sehr kostspielig, ein «fremdes Weib» zu heiraten.

Im zweiten Teil des Buches werden grosse und kleinere Ereignisse aus den Jahren 2014 bis 2018 in Erinnerung geholt, wie zum Beispiel das besondere Dorffest 2014, Personalrochaden, Treffen mit Partnergemeinden oder auch das 300-Jahr-Jubiläum der römischkatholischen Kirche Frick.

Zum Schluss gab Heinz Schmid bereits einen thematischen Ausblick auf die 14. Ausgabe, die in drei Jahren erscheinen wird. Musikalisch umrahmte das Sinfonieorchester Fricktal die Vernissage.