Infrastruktur
Eine Kampfansage an den Stau - Grossräte fordern: Der Verkehrskollaps im Fricktal muss verhindert werden

Parteiübergreifend fordern Grossräte möglichst rasch eine umfassende Planung, um einen Verkehrskollaps in der Region zu verhindern.

Nadine Böni
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Als ein Nadelöhr identifizieren die Fricktaler Politiker den Grenzübergang bei Stein.

Als ein Nadelöhr identifizieren die Fricktaler Politiker den Grenzübergang bei Stein.

Dennis Kalt (5.Juli 2017

Der Tenor ist überall gleich: «Es muss etwas gehen, und zwar möglichst schnell.» Das kriegt zu hören, wer sich unter den Fricktaler Grossräten zum Thema Verkehr umhört. Und das quer durch alle Parteien. «Es gibt in der Region bereits heute mehrere Nadelöhre und weitere Herausforderungen zeichnen sich schon jetzt ab», sagt etwa Alfons P. Kaufmann (CVP).

Erst diese Woche lehnte der Regierungsrat ein Postulat von Kaufmann und Parteikollege Werner Müller zur Reaktivierung der Rheintallinie ab (die AZ berichtete). Für den Wallbacher Politiker ist das allerdings nur ein Grund mehr, in der Sache weiter Druck zu machen. «Wir dürfen das jetzt nicht verschlafen, sonst müssen wir uns in einigen Jahren zu Recht den Vorwurf gefallen lassen, dass wir uns zu wenig stark für das Fricktal eingesetzt haben.»

An den Grenzübergängen staut es sich regelmässig

Als Nadelöhr nennt Kaufmann unter anderem den Autobahn-Grenzübergang in Rheinfelden und den Grenzübergang in Stein, wo sich die Autos gerade zu den Hauptverkehrszeiten morgens und abends regelmässig stauen. Das bestätigen auch Bruno Tüscher (FDP) und Christoph Riner (SVP).

Unbefriedigend sei die Verkehrssituation aber auch im Staffeleggtal, befinden etwa Gertrud Häseli (Grüne) und Elisabeth Burgener Brogli (SP). Hier bereitet der Schwerverkehr Sorgen. Allerdings sieht der Regierungsrat keine Möglichkeit, die Staffeleggstrasse vom Transit-Schwerverkehr zu entlasten. Dies geht aus seiner Antwort auf eine Interpellation hervor, die er letzte Woche veröffentlichte.

Geht es aber nach den Fricktaler Grossräten, bleiben beide Themen trotzdem auf der politischen Agenda. In seinem Antwortschreiben auf das Postulat zur Rheintallinie verweist der Regierungsrat auf eine Verkehrsgesamtschau, die erstellt werden soll. Die Fricktaler begrüssen dies – kein Wunder: 9 von 17 haben schliesslich erst im Frühjahr eine Motion unterstützt, die ein regionales Gesamtverkehrskonzept Hochrhein-Aargau forderte.

Jetzt weisen sie auf die Dringlichkeit hin, denn: «Die Herausforderungen werden mit künftigen Entwicklungen nicht weniger», sagt Christoph Riner. «Die Planung wird einige Zeit in Anspruch nehmen und muss daher möglichst rasch starten», sagt Kaufmann.

Von Temporeduktion bis zur weiteren Rheinbrücke

Im Hinterkopf haben die Politiker dabei unter anderem die Entwicklung des Sisslerfelds und die Ansiedlung der Mittelschule – Projekte, die der Kanton nicht nur begrüsst, sondern selber vorantreiben möchte. «Wir dürfen vom Kanton erwarten, dass er auch die Verkehrsfragen jetzt angeht», sagt Burgener.

Ideen, wie die Verkehrssituation verbessert werden kann, haben die Politiker viele. Bessere und grenzüberschreitende Velo- und ÖV-Verbindungen und eine zusätzliche Rheinbrücke auf Höhe von Stein werden etwa genannt. Und Gertrud Häseli fordert ein Umdenken beim Thema 30 auf Kantonsstrassen. Mit Tempo 30 in den Dörfern, davon ist Häseli überzeugt, würde das Staffeleggtal vom Transit-Schwerverkehr entlastet.