Ergolz

Ein Zuhause aus Sand für bunte Vögel

An dieser Wand sollen schon bald Eisvögel brüten.

An dieser Wand sollen schon bald Eisvögel brüten.

Der Natur- und Vogelschutzverein Kaiseraugst hat an der Ergolz eine Brutwand erstellt. Dort sollen bald Eisvögel nisten und Junge aufziehen.

Das Warten hat begonnen. Einige Male in der Woche spaziert Urs Wullschleger auf Augster Seite der Ergolz entlang. Von der Zeppelinbrücke bis zur Mündung in den Rhein. Den Blick hat Wullschleger dann jeweils auf das Ufer auf Kaiseraugster Seite gerichtet. Dort steht seit einigen Wochen eine Eisvogelbrutwand. Nur einer fehlt: der Eisvogel.

«Die Wand ist noch nicht bezogen», sagt Wullschleger, Mitglied des Kaiseraugster Natur- und Vogelschutzvereins (NVVK). Aber der Vogel-Fachmann zweifelt nicht daran, dass die bunten Vögel die Wand schon bald als Nist- und Brutplatz entdecken. «Der Eisvogel hat bereits früher in diesem Gebiet gebrütet.» Bis 2014 tat ein Paar dies unter der Zeppelinbrücke flussaufwärts. Vermutlich in freiliegenden, alten Rohren. Dann wurde die Brücke saniert und komplett neu verkleidet. «Dadurch wurde der Nistplatz zerstört», so Wullschleger.

Als Mitglied der Naturschutzkommission machte Wullschleger deshalb den Vorschlag, einen Ersatz für den Nistplatz zu schaffen. Er erinnerte sich dabei an einen vor einigen Jahren besuchten Kurs. Damals ging es um den Ersatz für Eisvogelbrutplätze an der Aare. Während des Kraftwerkbaus in Rothrist wurden dort Böschungen abgestochen und so Brutgebiete ersetzt. «Die Böschung abzustechen, kam an der Ergolz nicht infrage. Dazu eignet sich das Ufer nicht», sagt Wullschleger. «Wir mussten also eine Brutwand aufbauen.»

Im Dezember wurde diese Brutwand fertiggestellt. Sie ist rund 13 Meter lang und gut 3 Meter hoch. Die Wand besteht aus einem flutsicheren Betonunterbau und darüber verdichteten Schichten von Mergel und Sand. Rund 30 000 Franken hat die Wand gekostet. Am Projekt beteiligt sind neben dem NVVK die Ortsbürgergemeinde, der Kanton Aargau, verschiedene Naturschutzorganisationen sowie private Donatoren und Sponsoren.

Mit ihrer Grösse böte die Wand Platz für zwei Brutpaare, glaubt Wullschleger. Eisvögel brüten zwischen April und Juli bis zu dreimal und graben dazu jeweils eine neue Höhle. «Vielleicht klappt es noch nicht bei der ersten Brut, aber dann bei der zweiten», sagt Wullschleger. Die Chancen würden steigen, je mehr die Wand verwildere, glaubt er. Wichtig sei, dass die Eisvögel nicht gestört würden. Den Standort der Wand hat der NVVK deshalb ganz bewusst gewählt. Er ist von der Augster Seite der Ergolz gut zu sehen – aus angenehmer Distanz für die Vögel. Am 5. April veranstaltet der NVVK einen Spaziergang an die Ergolz (Treffpunkt 18 Uhr bei der Zeppelinbrücke).

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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