Kaisten

Ein Vermächtnis von 2008 wird endlich erfüllt – und was diese Geschichte mit den USA zu tun hat

Der neugestaltete Friedhof wurde am Dienstag eingeweiht.

Der neugestaltete Friedhof wurde am Dienstag eingeweiht.

Die Neugestaltung des Kaister Friedhofs wurde zur Hälfte mit privatem Geld bezahlt.

Maria Merkofer ist 2008 gestorben. Erst jetzt, zwölf Jahre später, wurde ihr Vermächtnis Wirklichkeit: die Verschönerung des Kaister Friedhofs, zur Hälfte aus der nach ihr benannten Stiftung finanziert. Am Dienstag fand die Einweihung der neugestalteten Ruhestätte statt, eine Investition von 250'000 Franken.

Von London und den USA zurück nach Kaisten

Die 2008 mit 97 Jahren verstorbene Kaisterin Maria Merkofer hatte es im englischsprachigen Ausland zu Wohlstand gebracht. Über Jahrzehnte in London und den USA lebend, blieb die Verbindung zum Fricktal lebendig. So liess sie sich auch in ihrem Heimatdorf Kaisten bestatten, bescheiden in einem Gemeinschaftsgrab.

Doch ihr Wunsch war es, den Kaister Waldfriedhof schöner zu machen. Ihrem Vermächtnis folgend, entstand eine Stiftung, die in Anspielung auf ihre Auslandaufenthalte Miss-Merkofer-­Stiftung heisst. Mit 1,1 Millionen Franken aus ihrem Vermögen versehen, dient sie einem Zweck – der Verschönerung des Kaister Friedhofs.

Brunnen statt Gedenkstein

Aber die Gemeinde liess sich mit der Umsetzung Zeit. «Erst 2017 wurde das Projekt konkret», sagte bei der Einweihung Gemeinderat Willy Burkhalter. Vieles an Ideen sei entstanden und verworfen worden. Auch der ­ursprünglich geplante Gedenkstein, um an die illustre Kaisterin zu erinnern, kam so nicht. Aus ihm wurde ein Brunnen. Der plätschert jetzt an zentraler Stelle und, Pastoralassistentin Helena Boutellier sprach es bei der Einweihung an, sei Sinnbild für das Wasser als christliches Lebenselement. «Mit der Neugestaltung des Friedhofs lädt dieser zum Nachdenken und Verweilen ein. Er ist jetzt mehr als nur ein Bestattungsort», sagte Pfarrer Norbert Plumhof von der Reformierten Kirche Region Laufenburg.

Die Verschönerung des Kaister Friedhofs – das wollte Maria Merkofer. Bei der Umsetzung ihres letzten Willens stellte sich heraus, dass der in den 1970er-­Jahren entstandene Gottesacker auch einer Sanierung bedarf. So bekam er neue Wege, Leuchten und Sitzbänke. Miteingeflossen in das jetzt abgeschlossene Projekt sind weiter ein Gemeinschaftsgrab und eine Begräbnis- und Erinnerungsstätte für Sternenkinder. So heissen in der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt verstorbene Kinder. Dass diese auch in Kaisten künftig bestattet werden können, war Wunsch des Pfarreirats Kaisten, wie dessen Mitglied Gaby Merkofer bei der Einweihung sagte.

Der Kaister Bildhauer Daniel Waldner übernahm die künstlerische Gestaltung von Gemeinschaftsgrab und Sternenfeld. Und verteidigte bei der Einweihung am Dienstag seine Wahl für das Material Eisen. «Wenn das Rost ansetzt, ist das für mich ein Symbol für die Vergänglichkeit und das ist auf einem Friedhof doch erlaubt.»

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