Zeihen

«Ein übertriebener ­Aktionismus»: Erdhügel sorgen für Ärger im Dorf

Die Erdhügel an der Baustelle sorgen für Ärger.

Die Erdhügel an der Baustelle sorgen für Ärger.

Privatperson macht Kanton auf fehlende Baubewilligung in Zeihen aufmerksam – der Gemeinderat enerviert sich.

Nach und nach türmten sich die Erdhaufen bei einer Baustelle in Zeihen auf. Dies blieb auch dem Zeiher Heiner Keller nicht verborgen. Beim Gemeinderat verlangte dieser Auskunft dar­über, ob denn eine Bewilligung für die Deponien in der Landwirtschaftszone vorliege.

Weil er vom Gemeinderat jedoch ­keine zufriedenstellende Antwort erhalten hatte, wandte er sich mit seiner Anfrage an den Kanton – auch mit dem Hinweis, dass die Erdhaufen eine ausgewiesene Biodiversitätsförder­fläche (BFF) tangieren.

«Es kann nicht sein, dass eine ­ökologische Ausgleichsfläche, für die Subventionsbeiträge durch Steuergelder gezahlt werden, zweckentfremdet wird», begründet Keller sein Nach­haken.

Nach der Anfrage von Keller wurde der Kanton aktiv. So bestätigt Claudia Penta, Sprecherin des Departements für Finanzen und Ressourcen, dass laut einem Kontrollbericht eine BFF von rund drei Aren als Humusdepot zweckentfremdet wurde.

«Die Abteilung für Baubewilligungen hat mit Schreiben vom 5. März bei der Gemeinde Zeihen ein Baugesuch eingefordert», sagt Penta. Dies, weil es sich bei den Erdhügeln um eine Terrainveränderung handelt. «Als diese gelten solche Bauten, die mehr als 80 Zentimeter Höhe oder Tiefe oder mehr als 100 Quadratmeter erfassen», so Pensa.

Gemäss Penta muss der betroffene Landwirt, der für die ökologische Ausgleichsfläche Beiträge erhält, mit finanziellen Sanktionen rechnen. Zudem würde die Wiederherstellung der Fläche verlangt.

Ausgleichsfläche soll ­wiederhergestellt werden

Der betroffene Landwirt, der in Oberzeihen insgesamt 48 Aren an BFF bewirtschaftet, möchte namentlich nicht genannt werden. Er habe dem Kontrolleur der entsprechenden Fachabteilung mitgeteilt, dass er die ökologischen Ausgleichsflächen, sobald die Erdhügel verschwunden sind, wieder herstellen würde.

Der Landwirt, der lediglich Pächter des Landes ist, betont, dass nicht er die Erdhaufen aufgetürmt habe, sondern der Eigentümer, der angrenzend an die ökologische Ausgleichsfläche derzeit ein Haus baut.

Auch der Eigentümer des Landes möchte nicht namentlich genannt werden und verweist auf den für das Bauwesen zuständigen Gemeinderat Michel Dietiker. «Wir haben das schlichtweg übersehen, dass es für den Installationsplatz, der knapp in die Ausgleichsfläche hineinragt, eine Bewilligung braucht», so Dietiker. Selbstverständlich würde man diese nachliefern.

«Ein übertriebener ­Aktionismus»

Dietiker kritisiert den «übertriebenen Aktionismus» von Keller scharf. «Wegen einer Lappalie macht er ein Riesenfass auf. Er nimmt Zeit und Ressourcen des Gemeinderates unnötig in Anspruch, sodass er für die wesentlich wichtigeren Dinge in der Gemeinde weniger Zeit hat.»

Zudem betont Dietiker, dass es ökologisch besser sei, den Aushub, der für den Bau benötigt werde, vor Ort an der Baustelle abzulagern, als diesen immer hin und her zu fahren, wenn er gerade an der Baustelle gebraucht werde. «Aber Hauptsache ist ja, er bekommt sein Recht», so Dietiker.

Keller entgegnet, dass der Gemeinderat sich in seinem Leitbild selbst verpflichtet habe, dass keine vorschriftswidrigen Bauten ausserhalb des Baugebiets erstellt würden.

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