Oberhof
Ein Theater spaziert zwischen Diesseits und Jenseits

Die Sportvereine aus Oberhof präsentieren an der Premiere das Theaterstück «Irgendwo im Nirgendwo». Regisseur Fabio Tanner setzt dabei auf die Stärken der involvierten Sportvereine: Es wird getanzt, gesungen und getobt – zur Freude des Publikums.

Ingrid Arndt
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Harmonie sieht anders aus: Peter Hermann steckt zwischen Himmel und Hölle fest. ari

Harmonie sieht anders aus: Peter Hermann steckt zwischen Himmel und Hölle fest. ari

Ingrid Arndt

Endlich war es nach einer mehrjährigen Pause wieder soweit: Premierstimmung bei den schauspielenden Akteuren der Sportvereine Oberhof mit ihren Jugis, dem Männerchor sowie dem Ad hock Orchester. Gemeinsam präsentierten sie dem gutgelaunten Publikum in der bis auf den letzten Platz besetzten Mehrzweckhalle die Komödie «Irgendwo im Nirgendwo» von Wolfgang Binder – einen süffisant erfrischenden Spaziergang zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.

Potenzial der Vereine genutzt

Die Regie lag erstmals in den Händen von Fabio Tanner, der hierfür einiges an Erfahrung aus seiner Zeit im Animationstheater und seiner Arbeit mit Kindern im Zirkus mitbrachte.

«Diese Inszenierung war für mich eine sehr spannende Sache», sagte er. Und weiter: «Viel Unterstützung bekam ich vom ganzen Team, von den Vereinen und von Fredy Treier, der selbst schon Regie führte. Unsere Grundidee zum Stück war, nicht nur, eine Theateraufführung zu zeigen, sondern das vorhandene Potential der Vereine mit einzubauen. Und so gibt es herrlich kecke Tanzeinlagen, Gesang, fetzige Musik und Kids, die ausgelassen über die Bühne toben.»

Das Vergnügen bei der Vorstellung war von Anfang an nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei den Darstellern vorhanden. Sie unterhielten mit Witz und Spott, mit spitzen Dialogen, waren herrlich pietätlos, hatten viel Hintersinn parat.

Zwischen Himmel und Hölle

Zum Stück: Beim Kräftemessen seines PKWs mit einem LKW zog Peter Hermann (André Wehrli) selbstverständlich den Kürzeren, er verunfallte tödlich. So wurde nichts aus dem Antrittsbesuch bei den Eltern seiner Angebeteten Katrin (Erika Fricker). Zur Stelle war der Sensemann ( Andreas Wyss) und bugsierte ihn auf dem Sackrolli geradewegs ins Vorzimmer zum Jenseits, wo Frau Tüvell (Cäcilia Graber) und Herr Engelen (Fredy Treier) im obersten Management für Himmel und Hölle tätig sind. Allerdings selten miteinander, meistens gegeneinander. Jeder will so viele Seelen wie möglich für sich einsammeln.

Ganz zeitgemäss tun sie das mit modernster Elektronik, die sie jedoch nicht wirklich beherrschen. Den Neuankömmling will natürlich jeder von den beiden in sein Revier locken, doch so einfach ist das nicht. Die bisherige Bilanz der guten und der schlechten Taten von Peter zeigen das, was die Jungen und Mädchen wunderbar temperamentvoll in Szene setzen. Deshalb muss er noch einmal kurz zurück auf die Erde mit der Auflage, niemals zu lügen. Der Besuch bei seinen Schwiegereltern in spe kann also stattfinden, allerdings unter verschärften Bedingungen. Denn dort hat fast jeder eine kleine «Leiche» im Keller.

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