Als Dominik Kiefer vor über 20 Jahren von Luzern nach Basel zügelte, ahnte niemand, dass damit eine langjährige und erfolgreiche Geschichte eines Barockorchesters beginnt. Der Geiger und Konzertmeister, der in der Innerschweiz zuvor bereits Barockmusik gemacht hatte – oft als Begleitung für Chöre –, fand in der Region Basel bald Mitstreiter und gründete das Capriccio Barockorchester. «Wir wussten damals nicht, dass das Orchester so lange Bestand haben würde», sagt Kiefer mit Blick auf die Anfangsjahre.

Damals war es noch ungewohnt, dass ein Kammerorchester Musik aus den Jahren 1600 bis 1850 auf historischen Instrumenten und mit historischem Klang spielt. «Wir wurden teilweise gar belächelt», so Kiefer. In der Zwischenzeit hat sich dies geändert und es wurden in den letzten Jahren verschiedene Barockorchester gegründet.

Sieben der Gründungsmitglieder sind auch im 20. Capriccio-Jahr noch dabei. Das Orchester tritt in verschiedensten Formationen auf. Es gibt ebenso Auftritte im Trio wie in 45-köpfiger Besetzung, etwa für Beethoven-Sinfonien.

Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege

Nach dem ersten Konzert 1999 fanden auch schon bald Konzertreihen in Basel und Zürich statt. Doch man hielt stets Ausschau nach einer neuen Heimat – und fand diese schliesslich 2011 in Rheinfelden. «Wir stiessen auf offene Ohren und offene Türen», sagt Capriccio-Geschäftsleiter Tobias Wetzel. «Es war für beide Seiten ein Gewinn.» Heute befindet sich die Geschäftsstelle im Rathaus und die Proben finden meist in der Kurbrunnen-Anlage statt.

In der neuen Heimat stellte das Barockorchester auch zusätzliche Konzertreihen in Rheinfelden und im Kanton Aargau auf die Beine. «Von Beginn weg ergab sich eine Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege», so Wetzel. Das Orchester Capriccio war unter dem Motto «Musik bringt Aargauer Baudenkmäler zum Klingen» in Klöstern, Museen und Schlössern zu hören, die Denkmalpflege gab jeweils vor dem Konzert eine Einführung in den Schauplatz des Konzerts. «Die verschiedenen Konzertorte sind für uns Musiker spannend», sagt Kiefer. Es bedeute aber auch, dass man sich an jedem Ort wieder neu bekannt machen müsse. «Mittlerweile haben wir aber auch ein Stammpublikum, das uns nachreist.»

Saisonstart mit «Music for the Royal Fireworks»

In der letzten Spielzeit stellte das Barockorchester das Wasser ins Zentrum seiner Konzertreihe. In der Jubiläumssaison widmen sich die Musiker nun dem Element Feuer – sie wollen ein musikalisches Feuerwerk zünden und die Funken auf das Publikum überspringen lassen. «Unser Ziel ist es, einerseits bekannte Komponisten zu spielen, andererseits aber das Publikum auch mit Trouvaillen zu überraschen», sagt Dominik Kiefer. «Capriccio con fuoco» lautet das Motto für die Saison, die an diesem Wochenende in Rheinfelden und Lenzburg beginnt. Auf dem Konzertprogramm steht unter anderem «Music for the Royal Fireworks» von Georg Friedrich Händel.

Zum Saisonbeginn findet am Samstag gleich ein spezielles Konzert statt: ein Open Air im Hof der Kommende an der Johannitergasse in Rheinfelden. «Es ist ein spezieller Ort, alles klingt viel dezenter», sagt Dominik Kiefer. Konzertbeginn ist um 19.15 Uhr. Am Sonntag um 18 Uhr gastiert das Capriccio Barockorchester dann im Rittersaal des Lenzburger Schlosses.