Für einen Marktbesuch braucht man Zeit. Zeit zum Flanieren, Zeit zum Schauen, Zeit für ein Schwätzchen. Diese Zeit haben jedoch viele Menschen werktags nicht. Sie arbeiten, müssen in die Schule, besuchen Vorlesungen oder haben andere Verpflichtungen.

Dieser Faktor kam bisher dem Fricker Frühlingsmarkt, der traditionsgemäss immer am zweiten Montag im Mai stattfand, nicht entgegen. Deswegen machte die Marktkommission Nägel mit Köpfen: Sie entschied, den Frühlingsmarkt ab 2018 am Pfingstmontag auszurichten, einem Tag, an dem die meisten Berufstätigen frei haben.

Rückblickend auf den Markt vom Pfingstmontag war diese Massnahme laut Marktchef Fabian Friedli ein voller Erfolg. «Wir sind extrem zufrieden», sagt er und vergleicht: «An einem sehr gut besuchten Markt kommen rund 15'000 Besucher über den Tag verteilt. Am Pfingstmontag waren es 20'000 plus.» Friedli geht so weit, zu sagen, dass es «der beste Markt seit langem war».

Damals, vor neun Jahren, erinnert er sich, fiel der zweite Montag im Mai auf den Pfingstmontag und die Standbetreiber gaben eine ähnlich positive Rückmeldung wie vor zwei Tagen. «Das Gros der Marktfahrer hat einen guten Umsatz gemacht», sagt Friedli. So sei beispielsweise der Softeis-Verkäufer an seiner Maschine kaum mehr nachgekommen. «Er hat mir erzählt, dass er wahrscheinlich mehr als 1000 Softeis verkauft hat.»

Gerade zwischen 11 und 14 Uhr sei auf der Strasse extrem viel los gewesen. «Viele Familien haben den freien Tag genutzt, um mit ihrem Nachwuchs über den Markt zu flanieren und im Anschluss etwas zusammen zu essen», so Friedli. Durch die vielen Kinder am Markt konnten auch die Stände, die Zuckerwatte, Spielwaren und Ballons angeboten haben, stark profitieren.

Doch nicht nur der Besucherstrom sei es gewesen, der für einen «Super-Markttag» gesorgt habe. «Dadurch, dass es kaum Verkehr am Pfingstmontag gab, haben die Marktfahrer eine entspannte Anfahrt gehabt», erzählt Friedli. Verbunden mit dem guten Wetter, habe dies bereits am Morgen eine tolle Stimmung unter den Marktfahrern erzeugt, die dann wie eine Welle auf die Besucher übergeschwappt sei.

Absagen wurden kompensiert

Zwar haben etwa 35 Marktfahrer dem Fricker Frühlingsmarkt eine Absage erteilt, weil dieser unter anderem terminlich mit dem grösseren Pfingstmarkt in Bremgarten kollidiert, jedoch konnte man die Absagen durch andere Marktfahrer – darunter etwa 15 gänzlich neue – kompensieren.

Rund 170 Marktstände waren es insgesamt. Über 200 wären möglich gewesen. «Es bringt ja nichts, wenn es fünf Stände gibt, die Softeis verkaufen. Die nehmen sich gegenseitig nur die Kunden weg und zum nächsten Markt kommt dann von den fünf keiner wieder», erklärt Friedli.

Nach dem gut besuchten Markt vom Pfingstmontag stellt sich die Frage, ob man auch die anderen Märkte auf einen arbeitsfreien Tag verlegen sollte. «Es war bereits Thema, die Märkte samstags anstatt montags auszurichten», erzählt Friedli. Rund 70 Prozent der Marktfahrer wollten dies jedoch nicht – auch, weil sie am Samstag Märkte in den grösseren Städten vorzögen.

Zudem gäbe es auch noch weitere Faktoren wie die Tradition der Ausrichtungstage oder die Fricker Verwaltung zu beachten, sagt Friedli. «Als selbstverständlich nehme ich das nicht, dass die Bauamt-Mitarbeiter an einem freien Tag frühmorgens alles aufbauen und abends bis um halb zehn aufräumen und die Strasse säubern.»