Frick
Direkt vom «Salzburger Stier» ins Fricktal ins Meck

Die Kabarettisten «Schertenlaib & Jegerlehner» traten im ausverkauften Meck auf – und begeisterten das Publikum. Der Auftritt des Duos war der erste nach der Verleihung des «Salzburger Stiers», eines Kleinkunstpreises.

Hans Christof Wagner
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Das Duo «Schertenlaib & Jegerlehner» bewies in Frick eindrücklich seine Klasse und zeigte, dass es zu Recht mit dem «Salzburger Stier»ausgezeichnet worden ist. hcw

Das Duo «Schertenlaib & Jegerlehner» bewies in Frick eindrücklich seine Klasse und zeigte, dass es zu Recht mit dem «Salzburger Stier»ausgezeichnet worden ist. hcw

Was die Leute so entzückte, war wohl die Mischung des anderthalbstündigen Programms. Dass niemand das Duo wirklich zu fassen bekam. Sicher: Jegerlehner – das war der mit dem hellblauen Anzug und dem Hut – verschmitzt, extrovertiert, ein Tänzer durchs Leben.

Schertenlaib war der Typ mit der Brille – schrullig, neurotisch und mit Neigung zu Verspanntheitsattacken, die ihm sein Partner mit Holzlöffeln wegmassierte. Mit diesen Stereotypen spielten sie, zogen sie sich gegenseitig auf, stritten sie wie ein altes Ehepaar. Um dann, peinlich berührt, sich auf der Bühne nur noch anzuschweigen.

Musikalisch vielfältig

Mitunter war es, sehr zum Vergnügen des Publikums, ganz still im Meck. Doch schon im nächsten Moment rissen die beiden die Zuhörer schon wieder aus der Stille – mit Blues, Tango oder Schlager.

Und überzeugten mit ihrer grossen musikalischen Bandbreite. Als Jegerlehner auf die Tasten seines Akkordeons hämmerte und Schertenlaib mit Kuhglöckchen Schlagzeug spielte, konnte das Publikum nicht anders als mitzuklatschen und mit den Füssen zu wippen.

Doch auch mit Worten jonglierten die beiden meisterlich. Sie spielten sich gekonnt die Bälle zu, sodass es wie improvisiert anmutete. Diese Vertrautheit kommt wohl daher, dass Michel Gsell und Gerhard Tschan, wie «Schertenlaib & Jegerlehner» mit bürgerlichem Namen heissen, schon als Schulbuben gemeinsam auf der Bühne standen.

Nachdenkliches und Ironie

Sie sind gern zu Hause im Bernbiet und die Deutschschweiz ist ihnen gross genug. Aber sie sangen auch von der Sehnsucht nach der Ferne. Sie zeigten Temperament ebenso wie Nachdenklichkeit und Ironie. Sie überraschten die Zuschauer immer wieder, spielten mit ihren Erwartungen und stellten diese auf den Kopf.

Der ach so kontrollierte Schertenlaib tanzte wie ein Derwisch auf der Bühne oder verblüffte damit, beim Musizieren alles um sich herum zu vergessen. Und dann war plötzlich
Jegerlehner der Pedant, der ihn pikiert beobachtete und meinte, dass sich so etwas doch nicht gehöre.

Träger des «Salzburger Stiers»

Der Auftritt des Duos im Meck war der erste nach der Verleihung des «Salzburger Stiers», eines Kleinkunstpreises, den schweizerische, deutsche, österreichische und Südtiroler Radiosender verleihen.

Doch wer unter den Zuschauern glaubte, Schertenlaib & Jegerlehner wären jetzt abgehoben, wurde eines Besseren belehrt. Sie sind die authentischen Berner geblieben, die sich selbst als «Miesmuscheln auf dem Jakobsweg» bezeichnen.

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