Fricktal

Diese Fahrverbote werden missachtet – oft nützen nicht einmal vermehrte Polizeikontrollen

Anwohner der Steinligasse monieren, dass LKWs die Quartierstrasse bei der Zu- und Wegfahrt zur Industrie nutzen. nbo

Anwohner der Steinligasse monieren, dass LKWs die Quartierstrasse bei der Zu- und Wegfahrt zur Industrie nutzen. nbo

Lenker ignorieren immer wieder Verbotstafeln. Der Schleichverkehr bei den Baustellen ist ein grosses Problem. Auch häufigere Polizeikontrollen bringen keine Linderung.

Eigentlich gilt in Möhlin seit Jahren ein Lastwagenfahrverbot. Dieses wurde vor rund zehn Jahren eingeführt, um das Dorf vom LKW-Verkehr zu entlasten. Die Lastwagen wurden auf den Industriezubringer verwiesen, im Dorf erlaubt sind seither nur noch Fahrzeuge, die dort Betriebe beliefern. Eigentlich, denn: Offenbar halten sich mittlerweile nicht mehr alle Lenker an dieses Verbot. Auf Facebook jedenfalls machen einige Anwohner der Steinligasse nahe des Industriegebiets ihrem Unmut Luft. «Die Lastwagen in der Steinligasse nehmen extrem zu», moniert einer. «Man trifft den einen oder anderen Lastwagen, der durch das Dorf fährt», schreibt auch ein anderer. Und: «Die LKWs kennen scheinbar das Fahrverbot nicht.»

Schleichverkehr bei Baustellen

Bei der Gemeinde sind bis jetzt allerdings keine entsprechenden Meldungen oder Reklamationen eingegangen. Das sagt Roger Winter, Leiter Tiefbau. «Uns ist bekannt, dass viele Mitarbeiter der Betriebe in der Industriezone über die Steinligasse fahren. Das ist nicht verboten.» Für die Lastwagen mache die Route über die Steinligasse und das Dorf allerdings «wenig Sinn», sagt Winter. «Die Strasse ist nicht für LKW-Verkehr ausgebaut und relativ eng.» Er verspricht aber, sich darum zu kümmern, falls sich die Reklamationen aus der Bevölkerung häufen. Vermehrte Kontrollen durch die Polizei wären dann eine Möglichkeit.

Die Steinligasse in Möhlin ist dabei nicht die einzige Strasse, bei der Polizeikontrollen nötig scheinen. In der Region sind gleich mehrere weitere Strassen bekannt, für die zwar Fahrverbote gelten, die aber trotzdem immer wieder von Autofahrern genutzt werden.

Mit Kamera gefilmt

In Möhlin gibt es ein zweites Beispiel: die Leigrubenstrasse am östlichen Dorfrand. Dort gilt seit Jahren ein Fahrverbot für sämtliche motorisierten Fahrzeuge, ausgenommen Zubringerdienst. Dies, weil viele Industriemitarbeiter die Quartierstrasse als Durchgangsstrasse nutzten – bis es den Anwohnern zu viel wurde. Die Polizei erwischt dort immer wieder fehlbare Lenker, teilweise mehrere Hundert im Jahr. «Vor allem, wenn es auf anderen Durchfahrten im Dorf Baustellen hat, wird die Leigrubenstrasse als Umfahrung genutzt», sagt Gemeindeschreiber Marius Fricker. Zuletzt war dies der Fall, als die Landstrasse im Bereich des Landgasthofs Krone saniert wurde. «Da erhielten wir vermehrt Reklamationen von Anwohnern», sagt Fricker und betont, dass sich die Rückmeldungen ansonsten mittlerweile aber «in Grenzen» hielten.

Regelmässig kontrolliert die Polizei auch die Situation am Langammelweg, einem geteerten Feldweg von der Landstrasse zwischen Wallbach und Möhlin nach Wallbach. Seit 2015 gilt dort ein Fahrverbot. Das scheint einige Lenker aber nicht zu interessieren. Bei einer Kontrolle mit einer mobilen Videokamera wurden Anfang Jahr innert zwei Wochen 219 Fahrzeuge gefilmt. Die Kamera wird deshalb weiter zum Einsatz kommen.

Vermehrte Kontrollen

Auch in Kaisten waren es unter anderem Reklamationen von Anwohnern, welche die Gemeinde dazu veranlassten, Anfang Jahr auf der Weidstrasse ein Fahrverbot zu verfügen. Über 1000 Fahrzeuge wurden hier zuvor während Zählungen täglich erfasst. Für ein Zwischenfazit sei es aber zu früh, sagt Gemeindeschreiber Manuel Corpataux. «Während der Sanierung der Unterdorfstrasse wurde das Fahrverbot wieder aufgehoben und der Verkehr teilweise über die Weidstrasse umgeleitet. Wie es sich langfristig entwickelt, wird sich also erst noch zeigen.» Die Gemeinde habe die Polizei gebeten, besonders in der Anfangszeit vermehrt zu kontrollieren.

In Laufenburg wird sich ebenfalls erst noch zeigen, wie sich ein kürzlich eingeführtes Fahrverbot bewährt. Hinsichtlich der Grossbaustelle auf der Basler-/Winterthurerstrasse hat die Gemeinde für die Quartiere südlich der Bahngeleise ein «Fahrverbot, ausgenommen Zubringer» beschlossen. «Bis jetzt haben wir gute Erfahrungen gemacht. Aber kritisch wird es wohl erst im Oktober, wenn die Bauarbeiten begonnen haben», sagt Stadtschreiber Marco Wasser. Auch in diesen Quartieren wird das Verbot deshalb von der Polizei vermehrt überprüft werden.

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