Weihnachten im Fricktal
Die Wunschbücher liegen auf: So manches ist da in den letzten Jahren schon in Erfüllung gegangen

In Magden, Zuzgen und Sisseln liegen für die Bevölkerung vor Weihnachten Wunschbücher auf – erste Wünsche sind schon eingetragen.

Hans Christof Wagner
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Jade Brogli, Lernender auf der Gemeindeverwaltung von Magden, hat die Titelseite des Wunschbuches gestaltet.

Jade Brogli, Lernender auf der Gemeindeverwaltung von Magden, hat die Titelseite des Wunschbuches gestaltet.

zvg

Pionier in Sachen Wunschbuch im Fricktal ist die Gemeinde Magden. Gemeindeammann André Schreyer berichtet: «Das gibt es bei uns schon seit sechs Jahren.» Für Schreyer ist es eine gute Plattform, mit der Bevölkerung in Kontakt zu kommen und eine Chance für die Gemeinde, sich als Samichlaus oder Christkind einen guten Namen zu machen. «So mancher Wunsch ist in den sechs Jahren auch schon verwirklicht worden», zieht Schreyer Bilanz. Ein Eintrag könne sich also schon lohnen.

Jade Brogli, Lernender auf der Gemeindeverwaltung von Magden, hat die Titelseite des Wunschbuches gestaltet.

Jade Brogli, Lernender auf der Gemeindeverwaltung von Magden, hat die Titelseite des Wunschbuches gestaltet.

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Fürs aktuelle Wunschbuch 2020 meldet Schreyer, dass sich seit dem ersten Advent, seitdem es in der Gemeindekanzlei erneut aufliegt, zwei Einwohner mit Wünschen eingetragen haben. Der eine sogar mit einem ganz adventlichen – dass die Weihnachtsbeleuchtung im Dorf nochmals ausgeweitet wird. Schreyer: «Seit wir die haben, wird das immer gerne gewünscht. Zuvor war es die Bitte, die Leuchten für die Gemeindestrasse zu installieren.»

Zuzgens Gemeindeschreiberin Sabrina Stalder hat ihre Lehrzeit auf der Gemeindeverwaltung in Magden absolviert und brachte mit ihrem Wechsel die Idee des Wunschbuchs ins Wegenstettertal mit, wo diese auch auf fruchtbaren Boden fiel. Inzwischen findet die Aktion dort zum dritten Mal statt.

Sind die Zuzger wunschlos glücklich?

«Seit dem 1. Dezember liegt es aktuell wieder auf, einen Eintrag habe ich schon registriert», erzählt Gemeindeammann Daniel Hollinger. Auch darin geht es ums Thema Weihnachtsbeleuchtung. «Das ist seit vielen Jahren immer mal wieder ein Wunsch», weiss Hollinger. Einmal sei Tempo 30 das Thema gewesen, einmal der fehlende Schatten auf dem Platz zwischen Gemeindehaus und Schule. Fast möchte man schlussfolgern, die Zuzger seien wunschlos glücklich. Schlange vor dem Wunschbuch stehen sie jedenfalls nicht. «Es waren in den Jahren 2018 und 2019 je zwischen zwei und drei Einträge», erinnert sich Hollinger. «Aber wer weiss, vielleicht ist es ja im Coronajahr ein grösseres Bedürfnis, auch wenn wir als Gemeinde gegen das Virus nicht viel ausrichten können», sagt er.

Neu ist jedenfalls, dass die Anliegen, um das Infektionsrisiko zu vermeiden, auch per E-Mail oder brieflich eingereicht werden dürfen. Damit die so formulierten Wünsche nicht verloren gehen, überträgt sie ein Verwaltungsangestellter handschriftlich ins Wunschbuch. Auch in Magden habe sich die Bevölkerung an der Aktion zuletzt «eher zaghaft» beteiligt, resümiert Schreyer. «Weniger als noch am Anfang.»

Das Sissler Wunschbuch ist seit Beginn der Aktion 2017 dasselbe geblieben. Bei elf Seiten, die seit 2017 beschrieben worden sind, besteht auch noch kein Grund zum Auswechseln. 2020 lag das Sissler Wunschbuch erstmals bei der Wintergmeind am 28. November auf und wechselte danach auf die Kanzlei, wo Einwohner aktuell Anliegen, Hoffnungen, Sorgen und Bitten notieren können. Sonst haben sie auch beim Neujahrsapéro der Gemeinde Gelegenheit dazu. Doch der fällt 2021 wegen Corona aus.

Freude über ein spätes Weihnachtsgeschenk

Doch auch 2021 bleibt es dabei: Bei seiner ersten Sitzung im neuen Jahr nimmt sich der jeweilige Gemeinderat das Wunschbuch vor und tritt mit den Wunschschreibern in Kontakt. Und wer weiss: Vielleicht kann sich ja der eine oder andere dann über ein spätes Weihnachtsgeschenk freuen.