Ein Fachmann gab Tipps zur Patientenverfügung am Seniorennachmittag der reformierten Kirchgemeinde in Zuzgen. Er dämpfe damit Ängste, dass eine Patientenverfügung gegen den Willen eines Patienten eingesetzt werden könnte oder dass sie nicht mehr den aktuellen Wünschen des Betroffenen entspricht. Es gibt laut Richard Dubois heute «ein grosses Angebot an Patientenverfügungen».

Wichtig sei, dass darin auch ganz persönliche Wünsche – zum Beispiel Vorlieben bei Essen und Trinken – erfasst werden. Zudem müsse sicher gestellt werden, dass die Patientenverfügung im konkreten Fall auch zugänglich sei. Dazu riet Dubois, eine Kopie unbedingt einer Vertrauensperson – infrage komme hier auch der Hausarzt – zu geben.

Ebenso empfahl Dubois, das Dokument im Zweijahres-Rhythmus zu überprüfen und allenfalls zu aktualisieren. «Damit kann sichergestellt werden, dass sie den aktuellen Willen des Betroffenen ausdrückt», so Dubois. Zudem müsse sie mindestens eine Vertrauensperson aufführen, die bei wichtigen anstehenden Entscheidungen vom Spital kontaktiert werden könne.

Vorlage für Vorsorgeauftrag

Seit 2013 ist der Vorsorgeauftrag im Erwachsenenschutz-Gesetz geregelt. Er soll sicherstellen, dass die persönlichen Angelegenheiten im Alltag, die Vermögensverwaltung und der Rechtsverkehr geregelt sind, wenn ein Mensch dazu nicht mehr selbst in der Lage ist. Der Vorsorgeauftrag nennt eine Person, die für diese Bereiche besorgt ist, wo möglich auch eine Ersatzperson. Der Vorsorgeauftrag muss handschriftlich verfasst oder durch einen Notar erstellt werden. «Pro Senectute» biete auch hier eine Vorlage an, so Dubois.

Falls kein Vorsorgeauftrag besteht und keine Vertrauensperson zur Verfügung steht, ist die Kindes- und Erwachsenenschutzbehörde Kesb beauftragt, die Sorge zu übernehmen. «Wichtig ist auch hier, dass im konkreten Fall das Dokument zugänglich und mindestens eine Kopie vorhanden ist», so Dubois. Die Ausführungen von Richard Dubois stiessen auf grosses Interesse. Der Fachmann beantwortete auch zahlreiche Rückfragen. (az)