Auf das laufende Schuljahr hin wurde in Oberhof ein Mittagstisch eingeführt. Auf Ende Jahr wird er nun allerdings bereits wieder auf Eis gelegt. Der Grund: Bislang wurde das Angebot, das jeweils am Dienstag im Gasthof Adler Schülerinnen und Schülern, aber auch anderen Interessierten offenstand, nicht genutzt. «Offenbar ist das Bedürfnis aktuell nicht vorhanden», sagt der zuständige Gemeinderat Heinz Herzog. Oberhof sei eben eine kleine, ländliche Gemeinde, in der viele Familien «gegenseitig füreinander schauen».

Zwar habe man vor der Einführung des Mittagstisches eine Umfrage unter den Eltern gemacht, in der sich Interessenten gemeldet hätten, so Herzog. «Unser Ziel war es, mit dem Angebot am Dienstag den bestehenden und funktionierenden Mittagstisch in Wölflinswil vom Donnerstag zu ergänzen.» Doch anscheinend habe die Konstellation nun doch nicht gepasst.

Den Entscheid, den Mittagstisch in Oberhof auf Eis zu legen, habe man vor allem gefällt, «damit die drei Helferinnen am Montagabend jeweils nicht mehr auf ‹Standby› stehen müssen», so Heinz Herzog. Damit sei der Mittagstisch aber nicht komplett abgeschafft. «Die Organisation steht und er könnte mit einer kurzen Vorlaufzeit wieder reaktiviert werden, wenn ein Bedürfnis vorliegt», so Herzog. Auch der im Gemeindebudget vorgesehene Beitrag an den Mittagstisch bleibe deshalb bestehen.

Oberhof ist nicht die einzige kleine Gemeinde, die sich mit der Einführung eines Mittagstisches schwertut. «Wir wissen auch aus der Nachbargemeinde Wölflinswil, dass es eine gewisse Anlaufzeit braucht», so Herzog. In Zuzgen lief im Schuljahr 2017/18 ein Mittagstisch Pilotprojekt. An einem Tag pro Woche bestand das Angebot und wurde auch genutzt, wie Michelle Adler, eine der Initiantinnen sagt. Eine Fortsetzung fand das Pilotprojekt aber dennoch nicht – aus finanziellen und organisatorischen Gründen. Einerseits finde sie dies schade, sagt Schul-Gemeinderätin Karin Michel. Andererseits habe es aber auch kaum Reaktionen auf die Einstellung gegeben. «Zuzgen ist eben eine Gemeinde mit ländlichen Strukturen», so Michel.

Dagegen ist in grösseren Gemeinden die Nachfrage vorhanden. Die Stimmberechtigten von Gipf-Oberfrick etwa haben jüngst an der Gemeindeversammlung einer Ausweitung des Mittagstischangebotes zugestimmt. Bislang wurde der Mittagstisch jeweils nur dienstags und donnerstags für Schüler und Erwachsene angeboten. Neu wird es auch montags, mittwochs und freitags einen Mittagstisch geben. «Das neue Angebot richtet sich allerdings nur an Schüler», sagt Gemeindeschreiber Urs Treier. «Wir wollen die Restaurants im Dorf nicht konkurrenzieren.»

Zustande gekommen ist die Erweiterung des Angebots nicht zuletzt aufgrund eines Überweisungsantrags an einer Gemeindeversammlung. Doch auch die Zahlen sprechen für sich: «Es gibt Tage, an denen 70 bis 90 Personen den Mittagstisch besuchen», so Treier. 80 Prozent davon seien Schulkinder. «Es zeigt sich, dass die Kinder gerne an den Mittagstisch gehen, wenn sie wissen, dass ihre Gspänli auch dort sind.» 

Fahrdienst in Möhlin

Auch in Möhlin sind die Nutzerzahlen des Mittagstischs hoch. «Pro Woche geben wir derzeit 215 Mittagessen heraus», sagt Kerstin Mendelin, Leiterin der Schulverwaltung. Dabei sei die Nachfrage montags, dienstags und donnerstags am grössten. Im Laufe des Schuljahres sei die Zahl der Anmeldungen zudem angestiegen. Speziell ist in Möhlin, dass die Kinder mit zwei Bussen bei den Schulhäusern und Kindergärten abgeholt und zum Mittagstisch ins Steinli-Schulhaus chauffiert werden. «Aufgrund der Distanzen braucht es dieses Angebot», so Mendelin