Möhlin/Rheinfelden
Die Mittelschule wird in die Planungen aufgenommen

Rheinfelden und Möhlin möchten 2020 eine Testplanung zum Entwicklungsschwerpunkt nördlich des Bahnhofs Möhlin starten. Das Areal wäre eine Option für den Mittelschulstandort.

Nadine Böni
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Auf diesem Gebiet könnte dereinst die Fricktaler Mittelschule stehen.

Auf diesem Gebiet könnte dereinst die Fricktaler Mittelschule stehen.

Nadine Böni

Ja, natürlich ist es erst eine Vision. Aber vielleicht sitzen dereinst tatsächlich einmal Schülerinnen und Schüler nebeneinander im selben Klassenzimmer – die einen auf Möhliner Boden, die anderen in Rheinfelden.

Diese Vision malte der Möhliner Gemeindeammann Fredy Böni anlässlich einer Medienkonferenz am Dienstagmorgen. Das Thema: die künftige Gestaltung des Areals nördlich des Möhliner Bahnhofs im Grenzgebiet der beiden Gemeinden.

Dieses ist im Richtplan als wirtschaftlicher Entwicklungsschwerpunkt sowie als Wohnschwerpunkt von kantonaler Bedeutung festgelegt. Nun möchten Möhlin und Rheinfelden gemeinsam die Arbeiten für die Entwicklung des rund 12,5 Hektaren grossen Areals vorantreiben.

An den Gemeindeversammlungen im nächsten Sommer soll den Stimmberechtigten ein Kredit für eine Testplanung vorgelegt werden. Das gaben Fredy Böni sowie der Rheinfelder Stadtammann Franco Mazzi an der gemeinsamen Medienkonferenz bekannt.

Derzeit gehen die Verantwortlichen davon aus, dass sich der Kredit in der Grössenordnung von einer halben Million Franken bewegen wird. Die Gemeinden würden je einen Drittel übernehmen. Ebenfalls beteiligt wären die Schweizer Salinen als grösste Grundeigentümerin im Gebiet.

Der Mittelschulstandort wird als eine Option geprüft

Ziel dieser Testplanung sei es, die Entwicklung des Areals zu konkretisieren. «Mehrere Teams aus den Bereichen Städtebau, Architektur, Landschaftsarchitektur sowie Mobilität und Nutzung testen Optionen zur Entwicklung», erklärte der Rheinfelder Stadtbaumeister Urs Affolter.

Dabei geht es unter anderem um Fragestellungen zu den Themen Verkehrsanbindung, bauliche Dichte, Abgrenzung und Mischung von Arbeitsplätzen und Wohnungen sowie publikumsorientierte Angebote wie Einkaufsmöglichkeiten.

«Im Idealfall bringt uns die Testplanung eine Art Regelwerk mit Aussagen zum Gesamtbild», so Affolter. Dabei spielt natürlich auch eine allfällige Mittelschule eine wichtige Rolle. In den vergangenen Jahren seien bereits diverse planerische Grundlagen zum Areal entwickelt worden.

Darunter auch eine Studie, die nahelegte, am Standort eine Institution aus dem Bereich Bildung und Erziehung anzusiedeln. Zum Zeitpunkt, als diese Studie ausgearbeitet wurde, sei dies vonseiten des Kantons noch kein Thema gewesen.

Aber: «Das hat sich ja bekanntlich im vergangenen Jahr geändert», sagte Franco Mazzi und sprach von einer «glücklichen Fügung».

Im Herbst 2018 gab der Kanton Aargau bekannt, den Bau einer Mittelschule im Fricktal zu prüfen. Möhlin und Rheinfelden bewarben sich gemeinsam mit dem Standort am Möhliner Bahnhof um die Schule. Auch Frick, Stein und Mumpf reichten Bewerbungen ein, wobei Mumpf inzwischen keine Option mehr ist (die AZ berichtete).

In der Testplanung zum Entwicklungsschwerpunkt sollen nun verschiedene Optionen ausgearbeitet werden – sowohl mit als auch ohne Mittelschule. Schliesslich entscheidet der Kanton voraussichtlich im kommenden Jahr, wo die Fricktaler Mittelschule gebaut werden soll – den politischen Standortentscheid erwarten Mazzi und Böni 2021.

Sie wissen allerdings um die Vorteile «ihres» Standorts und sind überzeugt von der Bewerbung. Rund 500 Fricktaler Schülerinnen und Schüler besuchen heute ausserkantonale Mittelschulen in den beiden Basler Halbkantonen.

Ein Grossteil von ihnen kommt aus Möhlin und Rheinfelden sowie den Nachbargemeinden Kaiseraugst und Magden. Hinzu kämen die gute Verkehrsanbindung des Standorts und die räumlichen Möglichkeiten, die den Anforderungen des Kantons mehr als entsprächen, so Mazzi.

Franco Mazzi und Fredy Böni machen beide keinen Hehl daraus, dass ihnen die Idee einer Mittelschule auf dem Areal «hervorragend gefällt», wie Mazzi es ausdrückt. Allerdings betonen beide, dass das Areal «auch ohne die Schule eine riesige Chance für die beiden Gemeinden» biete.

Die Testplanung ist für 2020 und 2021 vorgesehen

Ziel sei es, die Bevölkerung so früh wie möglich in die Überlegungen einzubeziehen, so der Tenor am Dienstag. Am 21. Oktober findet deshalb eine erste öffentliche Infoveranstaltung statt. Die Testplanung – wird sie denn im kommenden Jahr genehmigt – soll im Zeitraum zwischen Herbst 2020 und Sommer 2021 durchgeführt werden.

Danach folgen die Ausarbeitung eines Masterplans und der Planungsgrundlagen in mehreren Etappen. Über die tatsächliche Einzonung des Areals Bahnhof Nord können die Stimmberechtigten dann voraussichtlich 2023 entscheiden.