Hottwil

Die Kriminalkomödie «Der Haken» ist erfolgreich gestartet

Der Theaterverein Spielleute Hottwil hat zum Auftakt der neuen Produktion mehrere Premieren geliefert.

Musikalische Einspieler aus bekannten Kriminalserien nahmen die Zuschauer anlässlich der Premiere des Stücks «Der Haken» (Brian Clemens und Dennis Spoorer) am Freitag mit in das Arbeitszimmer des Krimi-Autorenpaares Peter Feller und Max Gutmann. Die Stimmung bei den beiden ist miserabel, es herrscht Flaute an der Schaffensfront, nach einer langen Erfolgssträhne sind ihre Werke nicht mehr gefragt.

Das Publikum durfte dabei sein, wie zwei schräge Typen versuchten, mit einem brisanten Plan ihren festgefahrenen Karren wieder flott zu machen, fehlende Einnahmen zu kompensieren. Mit diesem Stück feiern die Spielleute Hottwil ihr 30-Jahre-Vereinsjubiläum.

Doch eine Premiere war nicht nur das Stück, es gab an diesen Abend noch weitere. Den Schriftsteller Max Gutmann spielte Jonas Marbot, der erstmalig als Darsteller auf der Bühne steht und das mit Furore meisterte. Ein Hochgenuss zu verfolgen, wie er dem Max einen sehr speziellen Charakter gab zwischen urkomisch, bemitleidenswert, total verunsichert, jedoch mit einem messerscharfen Intellekt, der von den anderen völlig unterschätzt wird.

Regie führte erstmals Vereinsmitglied Marc Frey. In seiner Inszenierung übernahm er nicht einfach nur die Vorlage zur Kriminalkomödie, sondern drückte ihr seinen eigenen Stempel auf. Der coole Kommissar Keller (Robert Keller) wurde zum bekennenden Liebhaber von Vorbildern aus diesem Verbrechermilieu und ihm zur Seite stellte er die burschikose, ewig hungrige Assistentin Lilly (Käthi Keller).

Auch für Robert Keller war es so etwas wie eine Premiere. Dem Theaterverein Hottwil gehört er schon seit der Gründung an, als aktiv spielendes Mitglied allerdings nur bis 1994. Dann kam eine lange, berufsbedingte Pause. Jetzt nach seiner Pensionierung wollte er es noch einmal wissen. «Das war eine enorme Herausforderung, aber gleichzeitig ein riesiger Spass, auch wenn das Erlernen des Textes nicht mehr ganz so einfach ist. Das Gefühl, es geht noch, ist einfach toll», freute er sich.

Wortwitz und schwarzer Humor

Der Zweite des Autoren-Duos im Stück ist der arrogante, manipulative Peter Feller (Matthias Kalt). Mit einem brisanten Plan, der die finanzielle Misere beenden soll, überredet er seinen Partner Max mitzumachen. Es soll ein neues Kriminalstück entstehen, das ihre eigene, prekäre Situation beinhaltet. In den Fokus der Begierde rückt dabei die lukrative Lebensversicherung seiner unsympathischen, saufenden Ehefrau Marie-Luise (Christa Leber). Aber jeder weiss, an eine solche Auszahlung sind knallharte Bedingungen geknüpft. Also wird aus der Fiktion eine verwirrende Wirklichkeit, keiner traut mehr dem anderen.

Mit jeder Menge Wortwitz und schwarzem Humor gibt es immer wieder neue, spannende Überraschungen. Ist das Verhältnis von Peter Feller zu seiner blutjungen, schönen Sekretärin Jill (Sabrina Müller) wirklich nur beruflicher Natur? Es ist eine amüsante, raffiniert gestrickte Kriminalkomödie.

Lange Tradition

Theaterspielen hat in Hottwil eine lange Tradition, 1894 gab es bereits die erste Aufführung. Anfänglich getragen von den Dorfvereinen mit fröhlichen Schwanks. Angeregt vom damaligen Regisseur Thomas Senn fiel 1989 die Entscheidung, einen eigenen Theaterverein zu gründen mit Anschluss an den Zentralverband des Schweizer Volkstheaters. Die Qualität stieg durch Kurse und Weiterbildungen, Talente konnten gefördert werden. Es gab damals 23 Vollmitglieder. Eine Erfolgsgeschichte begann, die bis heute andauert.

Weitere Aufführungen Turnhalle Hottwil am 19., 20., 22. und 23. März, 20 Uhr. Details finden Sie hier.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1