Hellikon

Die Kämpferin für die kleinen Gemeinden kandidiert erneut

Im Rampenlicht: Kathrin Hasler bei einer Informationsveranstaltung 2012, wie es mit den Helliker Löchern weitergeht.

Im Rampenlicht: Kathrin Hasler bei einer Informationsveranstaltung 2012, wie es mit den Helliker Löchern weitergeht.

Kathrin Hasler (SVP) setzt sich im Grossen Rat für die kleinen Gemeinden ein. Die 63-jährige Hellikerin kandidiert im Herbst erneut.

Die Bilder gingen nicht gerade um die ganze Welt, aber sie fanden doch den Weg in verschiedene ausländische Medien. Gemeint sind die Helliker Löcher, dieses Naturspektakel, das sich 2009 aus dem Nichts auftat und ins Nichts blicken liess.

Mittendrin stand damals Kathrin Hasler, Frau Gemeindeammann von Hellikon. Von einer Minute auf die andere wurden sie und ihre 800-Seelen-­Gemeinde im unteren Fricktal ins Rampenlicht gespült. Sie sei gefordert gewesen, blickte Hasler in der AZ Ende 2019 auf ihr «intensivstes Erlebnis» als Gemeindeammann zurück. Ende 2019 trat die SVP-­Politikerin nach 18 Jahren im Gemeinderat, zehn davon als Ammann, zurück.

Von der Politik allerdings hat Hasler, die sich über die Gemeinde- und Parteigrenzen ­hinaus einen Namen als Macherin und gute Organisatorin gemacht hat, noch lange nicht genug. Die 63-Jährige, die seit 2013 im Grossen Rat sitzt, will bei den Gesamterneuerungswahlen im Herbst nochmals antreten.

«Die Arbeit als Grossrätin macht mir immer noch Spass», sagt sie. Es brauche im Grossrat eine gewisse Zeit für die Vernetzungen und die Einarbeitung in die politischen Abläufe. «Der Einfluss und die Erfahrung steigen mit den Jahren», weiss Hasler. Nachdem sie als Gemeindeammann zurückgetreten sei, könne sie sich jetzt ganz auf den Grossen Rat konzentrieren. Offen lässt sie indes, ob sie die ganze vierjährige Legislatur bis Ende 2024 machen wird oder nicht. «Das wird sich zeigen.»

Hasler kennt die Sorgen und Bedürfnisse kleiner Gemeinden. Dieses Wissen bringt sie im Grossen Rat ein und macht sich hier nicht zuletzt für die kleineren Gemeinden stark. Wichtig ist ihr aber auch die Landwirtschaft und ein bewusster Umgang mit der Umwelt.

Und sie weiss: «Wenn wir etwas für das Fricktal erreichen wollen, haben wir nur zusammen als Fricktaler Grossräte eine Chance.» Die Zusammenarbeit der Fricktaler Grossräte über die Parteigrenzen hinweg beurteilt sie als vorbildlich. «Ich hoffe, das bleibt so, denn wir haben noch viel zu tun.»

Sisslerfeld bietet grosse Entwicklungschance

Nicht zuletzt, weil das Fricktal eine der wachstumsstärksten Regionen ist und dieses Wachstum auch gemanagt werden muss. «Mit der Erschliessung des Sisslerfeldes haben wir eine weitere grosse Entwicklungschance», ist Hasler überzeugt. Aber auch die «schöne Landschaft» und die Wohnqualität gelte es zu erhalten.

Negativ erachtet Hasler die Entwicklung beim Verkehr im Fricktal. «Durch das Wachstum müssen dringend die verkehrstechnischen Fragen gelöst werden», fordert sie. Im Fricktal müsse, analog zum Projekt «Oase» im Ostaargau, ein Verkehrskonzept erarbeitet werden – «jetzt und nicht erst in 10 Jahren».

Die laufende Legislaturperiode – sie endet Ende 2020 – erlebt Hasler als eine, die von Sparübungen geprägt ist. «Ich stelle auch eine Veränderung in der Gesellschaft fest», sagt sie. Neue Trends würden die Politik verstärkt beeinflussen. «Die Politik muss heute schneller auf diese Trends reagieren.»

Erfolgreicher Einsatz für das Spital Laufenburg

Als Erfolg aus Fricktaler Sicht wertet Hasler den Erhalt des Spitals Laufenburg, für den sich die Fricktaler Grossräte fast geschlossen in Aarau eingesetzt hatten. Es sind für sie aber nicht nur die grossen, medienwirksamen Geschäfte, die eine erfolgreiche Arbeit ausmachen. «Es gelangen oftmals kleine Anliegen an uns Grossräte», erzählt sie. «Durch die Vernetzungen können wir in einem Gespräch oder mit einer Abklärung beim zuständigen Departement oder Verantwortlichen die Anliegen klären und sind so etwas wie Dienstleister zu Gunsten der Bevölkerung.»

Misserfolge, das weiss Hasler nach 18 Jahren in der Gemeinde- und Kantonspolitik, gehören zum Politgeschäft dazu wie das Amen zur Kirche. Wie dieses politische Amen aussieht, bestimmt in der Politik jeweils die Mehrheit. Diese auf seine Seite zu bringen, ist das Ziel bei jedem Vorstoss, den man einreicht. Manchmal gelingt es, manchmal nicht. Nicht gelungen ist es ihr beim Kampf um den Erhalt der kleineren Oberstufen-Schulstandorte. Hasler weiss aber auch: Auch wenn ein Vorstoss nicht durchkommt, löst er oft eine gute Debatte aus – und wirkt so indirekt nach.

Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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