Frick

Die Geschwister waren seine ersten Modelle

Beat Mazzotti vor dem Haus mit der Plastik mit dem Namen «Mechaschrei Pepperino». ari

Beat Mazzotti vor dem Haus mit der Plastik mit dem Namen «Mechaschrei Pepperino». ari

Mit 14 Jahren hat er die ersten Bilder gemalt. Der Bildhauer Beat Mazzotti hat in all den Jahren mit vielen Materialien gearbeitet, doch dem Stein ist er treu geblieben.

Das 300 Jahre alte Bauerhaus der Familie Mazzotti in Frick strahlt Wärme und Behaglichkeit aus, trägt aber auch die unverkennbare Handschrift des Bildhauers, Malers und Restaurators Beat Mazzotti. «Die Um- und Ausgestaltung des Anwesens ist eine Lebensaufgabe», meinte lachend der 55-jährige Künstler, der er sich seit dem Kauf 1982 mit viel Hingabe widmet.

Sein Weg als Künstler war allerdings nicht unbedingt vorgezeichnet. 1955 in Aarau als Sohn eines Wirteehepaares geboren, waren die Eltern sehr realitätsbezogen auf das Hier und Heute ausgerichtet. Anderseits legten Vater und Mutter aber auch sehr viel Wert auf eine auserlesene Küche in ihrem Restaurant, die Speisen waren stets kleine Kreationen für die Augen.

Erste Bilder mit 14 Jahren

Diese Fussstapfen betrat Beat schon früh, hatte viel Spass daran, kulinarische Extras selbst herzurichten. Nach dem Umzug der Familie ins Tessin und noch während der Schulzeit zog es den Knaben immer öfter ins Nachbargrundstück zu dem Karikaturisten Albert Lindi und dessen Zeichnungen.

Mit 14 Jahren fing er selbst an zu malen, zuerst mit Bleistift und Wasserfarben, später mit Acryl- und Ölfarben. Seine Geschwister waren geduldige Modelle, aber auch die Landschaft rund um Locarno wurde auf dem Papier festgehalten.

Ein Lehrer in der Schule ermunterte ihn, dieses Talent auszubauen, und so bewarb er sich an der Kunsthochschule Basel, Richtung Grafik, belegte für ein Jahr einen Kurs.

Lehre bei Paul Agustoni

Nach dem Schulabschluss bewarb sich Beat Mazzotti für eine Lehre bei dem bekannten Steinbildhauer Paul Agustoni in Möhlin, denn auch auf diesem Gebiet hatte er sich zuvor ausprobiert, allerdings mit dem Material Holz. Doch Stein als Grundmaterial für das plastische Schaffen übte auf ihn eine ganz eigene Faszination aus, besonders Lava, Kalkgestein und Marmor.

Nach und nach kristallisierte sich in seinen Arbeiten, ob Malerei oder Bildhauerei, eine ganz unverwechselbare Richtung heraus. Seine Installationen zeigen Gegenstände des Alltags, die uns ständig umgeben, er verbindet die Steinplastiken mit für die meisten Menschen nutzlos gewordenen elektrischen Sachen wie Schaltern oder Lüsterklemmen, gibt damit seinen Werken nicht nur einen besonderen Charakter, sondern sinnbildlich auch die Energie, die beim Entstehen des Materials vor Jahrmillionen mit der Hilfe von Wärme und Druck erforderlich war.

Seit 1976 lebt Beat Mazzotti als freischaffender Künstler in Frick. 1978 war er zwei Monate im Auftrag eines Architekten in Kairo, von 1981 bis 1982 Mitglied am Istituto Svizzero in Rom.

Friedhofskreuz im Atelier

Parallel zur Bildhauerei war und ist er tätig als Restaurator an alten Gebäuden wie Schlössern, Klöstern, historischen Rathäusern und Kirchen. Oft über mehrere Jahre gibt er dort Portalen, steinernen Fenstereinrahmungen, Figuren ihre ursprüngliche Schönheit zurück. Derzeit restauriert Mazzotti das alte Friedhofskreuz in Mumpf, im eigenen Atelier entsteht eine Plastik für eine Ausstellung in Italien.

Internationale Ausstellungen

Seit 1976 beteiligt er sich regelmässig an diversen Ausstellungen in der gesamten Schweiz und in Italien, er hat eine eigene Galerie in seinem Haus in Frick. Auch im öffentlichen Raum sind seine Werke zu sehen, so zum Beispiel im Spital Laufenburg ein Dübel aus Marmor oder ein Wasserspiel aus Kalkstein vor dem Gemeindehaus in Frick. 1980 erhielt er den eidgenössischen Preis für Kunst. In seiner knapp bemessenen Freizeit hält sich Beat Mozzotti gerne in der Natur auf. Doch auch Kochen und klassische Musik sind grosse Leidenschaften des Fricktaler Bildhauers.

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