Kaiseraugst/Möhlin

Die Fricktaler Störche sind zurück – und haben schon fast alle Horste belegt

Sie sind die Stars des Kaiseraugster Storchen-TV-Senders: Papageno und Papagena in ihrem Horst.

Sie sind die Stars des Kaiseraugster Storchen-TV-Senders: Papageno und Papagena in ihrem Horst.

In Kaiseraugst und Möhlin sind bereits fast alle Horste belegt – die ersten Jungstörche dürften Mitte April schlüpfen.

Die Arbeit kommt vor dem Vergnügen; Papageno und Papagena, die beiden Störche auf der Platane beim Schulhaus Dorf in Kaiseraugst, sind derzeit eifrig dabei, ihren Horst auszubauen, ihn für den Nachwuchs bereitzumachen. Dass sie bei all der Fliegerei und Nistmaterial-­Sucherei zwischendurch auch etwas für ihre Beziehung tun – es sei ihnen gegönnt.

Die beiden nisten schon das vierte Mal auf der Platane. Ihr Treiben kann man seit kurzem auf einem Bildschirm im Schaufenster der BITmedical AG gleich unterhalb des Horstes mitverfolgen, kann da auch sehen, wenn die beiden mal Ehekrach haben – den Ton dazu bekommt man live mitgeliefert (AZ von gestern).

Alle neun Horste in ­Kaiseraugst belegt

Die beiden Platane-Störche sind längst nicht die einzigen, die im Fricktal am Nisten sind. «Alle Störche sind zurück», freut sich der Kaiseraugster Storchenvater Urs Wullschleger. Anfang Februar seien die ersten aus dem Süden zurückgekehrt, die letzten flogen Ende Februar ein.

Die neun Horste in Kaiseraugst sind denn auch alle bereits belegt, man kann auch sagen: das Kaiseraugster Storchen-­Motel ist komplett ausgebucht. Dies wiederum freut zwei Störchen-Pärchen ganz und gar nicht: Sie suchen noch nach einem Nistplatz.

Zwar gäbe es in Kaiseraugst einen zehnten Horst – aber dieser ist noch nicht betriebsbereit. Er kommt auf das Bolingerhaus, das den Ortsbürgern gehört und das derzeit umgebaut wird. Da es Verzögerungen gab, konnte der Horst nicht wie geplant im Februar montiert werden. Wullschleger rechnet damit, dass der Horst im April auf das Dach gehievt werden kann. Ob er dann in der Storchensaison 2020 noch benutzt wird, sei unklar. «Im nächsten Jahr aber wird er bestimmt in Beschlag genommen», ist sich Wullschleger sicher.

Die Bodenplatte für den neuen Horst hat Wullschleger, wie schon jene auf dem «Adler», angefertigt. Sie hat einen Durchmesser von 1,2 Metern und besteht aus Holzleisten. «Den Aufbau machen die Störche dann selber», sagt Wullschleger. Für einen Grundausbau ihres Nestes benötigen sie rund 14 Tage; von da an bauen sie stets am Horst weiter – auch noch nach Jahren. Bis zu 20 Zentimeter höher kann ein Horst so pro Jahr werden.

22 Paare sind in Möhlin bereits zurück

Ebenfalls zurück sind die meisten Störche in Möhlin. 13 Paare tummeln sich in der Storchenstation, 9 sind im Dorf anzutreffen. Auch in Möhlin gilt: «Fast alle Nester sind belegt», sagt Bruno Gardelli, Leiter der Storchenstation. Er rechnet damit, dass die Störche – oder besser: die Störchinnen die ersten Eier zwischen Mitte und Ende März legen werden. Derzeit werden auch in Möhlin die Nester vorbereitet.

Eine Störchin legt zwischen zwei und fünf Eier. Die Brutzeit beträgt rund einen Monat, die Nestlingszeit – also die Zeit, bis die Jungstörche ausfliegen – rund zwei Monate. Das heisst: die ersten Jungstörche dürften zwischen Mitte und Ende April schlüpfen.

Wie andernorts beobachtet auch Gardelli, dass vermehrt Störche im Winter hier bleiben und nicht mehr in den Süden ziehen. Schweizweit dürften es einige hundert Störche sein. Das Ich-bin-dann-mal-hier-Phänomen dürfte auch eine Auswirkung des Klimawandels sein. «Es könnten noch mehr werden, die nicht mehr fliegen», sagt Gardelli.

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