Zeiningen
Die erfolgreiche Zucht des Dohlenkrebses

Nach drei Jahren ist es soweit: Natur- und Vogelschutzvereine fischen zum ersten Mal aus dem Zuchtteich ab - mit Erfolg.

Markus Kasper
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Nach drei Jahren Aufbauarbeit war es so weit: Ein Team der Natur- und Vogelschutzvereine Möhlin und Zeiningen fischte unter der Anleitung des kantonalen Projektleiters, Peter Jean-Richard, zum ersten Mal den Zuchtteich für den sehr gefährdeten Dohlenkrebs in der Fischzucht Zeiningen ab. Zusammen mit Besitzer Peter Hohler konnte das Zwischenresultat analysiert und das weitere Vorgehen für eine erfolgreiche Zucht und Wiederansiedlung festgelegt werden.

Der Kanton hat vor drei Jahren unter der Koordination der Sektion Jagd und Fischerei und der fachlichen Leitung von Peter Jean-Richard für den Aufbau einer Zuchtstation für den stark bedrohten Dohlenkrebs gesucht. Als Hauptpartner stand idealerweise der Fischzüchter Peter Hohler aus Zeiningen bereit. Auch der Natur- und Vogelschutz Möhlin engagierte sich von Beginn an für dieses interessante Projekt. Etwas später kam dann auch der Natur- und Vogelschutzverein Zeiningen dazu.

Bereits 2008 Suchaktion

Der Dohlenkrebs hat seine natürliche Verbreitung in der westlichen Kantonshälfte. Die Zuchtanlage in Zeiningen ist schweizweit einzigartig und stellt eine wichtige Stützung für den einzigen Dohlenkrebs-Genpool-Standort im Aargau dar. Ein ähnliches Projekt, allerdings für den ebenfalls sehr gefährdeten Steinkrebs, startete kürzlich eine IG im Mettauertal für die östliche Kantonshälfte.

Bereits im Jahre 2008 führten der Natur- und Vogelschutz Möhlin mit Hilfe von acht Schulklassen aus Möhlin unter der Ägide von Peter Jean-Richard im Möhlinbach und allen Nebenbächen bis in den Quellbereich eine nächtliche Suchaktion nach dem Dohlenkrebs durch. Es war dann Peter Jean-Richard vergönnt, den einzigen Krebs in einem Seitenarm zu finden. Dies war das Signal für den Natur- und Vogelschutz Möhlin, in dieses Projekt einzusteigen.

Wasser abgelassen

Im Jahre 2009 bauten die beiden Naturschutzvereine spezielle Körbe mit Unterschlupfmöglichkeiten. Im Winter desselben Jahres wurden diese auf eigens eingerichtete Plattformen des Zuchtteiches herabgelassen. Gleichzeitig wurde eine Anzahl von Krebsen als Basis für die Zucht eingesetzt.

Am 9. April war es dann so weit für die erste Kontrolle. Langsam wurde das Wasser des Teiches abgelassen und schon tauchten die ersten Krebse aus ihren Verstecken auf. 99 Krebse in allen Grössen wurden von den fleissigen Helfern gefangen und von Peter Jean-Richard überprüft und vermessen. Dabei befanden sich 23 eiertragende Weibchen, die behutsam in die Fischzuchttröge transportiert wurden, wo sie geschützt ihre Jungen abgeben können. Diese werden vorerst zur Weiterzucht verwendet. Alle anderen Krebse wurden bei steigendem Wasserstand wieder in den Teich zurückgesetzt.

Ein erfolgreicher Anfang wurde gemacht, wobei auch die Gemeinde durch Vize-Amman Peter Frick ihr Interesse gezeigt hat. Die Vereine wollen das Projekt weiter unterstützen und mit Peter Hohler intensivieren.

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