Rheinfelden

Die Dreifachturnhalle kommt vor die Gmeind – mit Parkplatz statt Tiefgarage

Die Dreifachturnhalle (links) soll versetzt zur bestehenden Halle gebaut werden.

Die Dreifachturnhalle (links) soll versetzt zur bestehenden Halle gebaut werden.

Der Rheinfelder Stadtrat beantragt der Gemeindeversammlung einen Kredit in der Höhe von 14,66 Millionen Franken für die Dreifachturnhalle Engerfeld. Nun soll anstelle der geplanten Tiefgarage aber ein oberirdischer Parkplatz entstehen.

Vor rund drei Wochen präsentierte die Stadt Rheinfelden das Siegerprojekt für die neue Dreifachturnhalle bei der Schulanlage Engerfeld. Überzeugt hatte dieses die Jury unter anderem wegen der Platzierung des Gebäudes auf dem Gelände. Die Turnhalle soll nämlich auf dem bestehenden Parkplatz erstellt werden.

So bleibe der zentrale Pausenraum mit den Bäumen und Hochterrassen vor dem Klassentrakt die Hauptadresse der Schulanlage, lobte das Gremium der Preisrichter (die AZ berichtete). Die Parkplätze sollen in eine Tiefgarage unter einem neuen Hartplatz verlegt werden.

Planungen im Gebiet Schiffacker

Aber: Es ist offen, ob dies tatsächlich so umgesetzt wird. Das stellte Stadtammann Franco Mazzi an der Medienkonferenz zur nächsten Einwohnergemeindeversammlung vom 4. Dezember klar. Dort ist für den Bau der Dreifachturnhalle ein Verpflichtungskredit in der Höhe von 14,66 Millionen Franken traktandiert.

Der Kredit beinhaltet statt des Baus einer Tiefgarage allerdings die Erstellung eines oberirdischen Parkplatzes – anstelle des im Siegerprojekt vorgesehenen Hartplatzes. «Es handelt sich beim Parkplatz um ein Provisorium», sagte Mazzi.

«Der Bau der Tiefgarage kann auch zu einem späteren Zeitpunkt ohne Nachteile erfolgen.» Dafür wäre ein weiterer Kredit in der Höhe von gegen zwei Millionen Franken notwendig.
Grund für die Änderung am Projekt sind die Planungen im angrenzenden Gebiet Schiffacker.

Der Stadtrat sieht für dieses Gebiet weitere Bauten und Anlagen für Sport-, Freizeit- und Kulturaktivitäten vor. Angedacht ist unter anderem ein zusätzlicher Fussballplatz. «Der entsprechende Gestaltungsplan wurde kürzlich vom Kanton genehmigt und dürfte in den nächsten Wochen öffentlich zur Mitwirkung aufgelegt werden», sagte Mazzi.

Klar ist: Wird das Angebot im Schiffacker erweitert, müssen zwingend auch weitere Parkplätze geschaffen werden. «Der bestehende Parkplatz platzt bereits heute aus allen Nähten», sagte Jürg Gasser, Leiter Abteilung Finanzen und Ressourcen.

Erste Studien werden 2020 durchgeführt

Der Stadtrat hat deshalb im Sinne einer «pragmatischen Lösung» (Mazzi) entschieden, vorerst auf den Bau der Tiefgarage im Engerfeld zu verzichten. Dies, bis die offenen Fragen im Schiffacker geklärt sind. Oder wie es in der Botschaft zur Versammlung heisst: Bis «der Bedarf und vor allem die richtige Lage mit einem Gesamtkonzept bestätigt sind».

Möglich wäre auch ein gemeinsames Projekt für die Besucher von Engerfeld und Schiffacker, sei dies eine Tiefgarage oder ein Parkhaus. Erste Studien dazu sollen bereits im kommenden Jahr durchgeführt werden. Mazzi sprach von einem Umsetzungszeitraum von «wohl mehreren Jahren».

Auch (vorerst) ohne Tiefgarage stellt das Turnhallen-Projekt eine der grössten Investitionen in den kommenden Jahren dar. Das zeigt ein Blick in die Investitionsplanung. Insgesamt fast 97 Millionen Franken möchte die Stadt bis 2024 ausgeben. Rund 41 Millionen Franken kommen aus der Selbstfinanzierung. Den Rest kann die Stadt mit dem Nettoguthaben decken. Dieses beträgt derzeit rund 55 Millionen Franken.

Rund 15 Millionen Franken entfallen auf das Projekt im Engerfeld. 4,5 Millionen Franken sind dafür in den Jahren 2020 und 2021 vorgesehen, der grösste Posten folgt dann 2022 mit 10 Millionen Franken.

Die Ausgaben für die Turnhalle sind im Budget für das kommende Jahr eingestellt. Grösster Investitionsschwerpunkt ist darin allerdings der Verkehr, unter anderem mit der Sanierung und der Umgestaltung der Riburgerstrasse.

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Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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