Rheinfelden

Die Angst um die Altstadt und der Verkehr – das sind die grössten Sorgen der Rheinfelder

Die Altstadt von Rheinfelden ist ein Bijou – allerdings sind die leer stehenden Ladenflächen keine gute Visitenkarte.

Die Altstadt von Rheinfelden ist ein Bijou – allerdings sind die leer stehenden Ladenflächen keine gute Visitenkarte.

Die Altstadt und der Langsamverkehr beschäftigen die Rheinfelder stark. Dies zeigt eine Bevölkerungsumfrage der GLP.

Die Angst um das Altstädtchen und der Langsamverkehr: Dies sind zwei der Themen, die in der Bevölkerungsumfrage der GLP Rheinfelden besonders häufig angesprochen wurden.

Eine genaue Auswertung der Umfrage liegt zwar noch nicht vor; diese will die Partei bis in einem Monat vorlegen. Eines ist für GLP-Präsidentin Béa Bieber aber bereits jetzt klar: «Die Umfrage hat sich ausbezahlt.» Das Ergebnis bestärke die Partei in ihrer Ansicht, dass es solche Gefässe der Partizipation brauche.

Dies zeigt sich für Bieber allein schon an der Teilnehmerzahl: 365 Personen haben die Umfrage online ausgefüllt oder den ausgefüllten Flyer – die GLP liess 7500 Flugblätter in die Rheinfelder Haushalte verteilen  – eingeschickt.

Die Befürchtung im Städtchen, dass sich aufgrund der offenen Ausschreibung auch viele Nicht-Rheinfelder zu den spezifischen Rheinfelder Themen zu Wort melden, hat sich dabei nicht bestätigt: «97 Prozent der Teilnehmer gaben Rheinfelden als Wohnort an», so Bieber.

Das Bedürfnis nach Partizipation in Rheinfelden sei gross, weiss Biber. Doch nicht jeder könne und wolle sich auf die gleiche Art beteiligen. Es sei deshalb wichtig, dass unterschiedliche Instrumente zur Verfügung stünden. Als Beispiel nennt Bieber, die im März für den zurücktretenden Roland Agustoni in den Grossen Rat nachrutscht, den Mitwirkungsprozess beim regionalen Entwicklungskonzept. Daneben brauche es aber auch weniger zeitaufwendige Formen  – etwa die Meinungsäusserung per Umfrage.

Repräsentativ ist die Umfrage zwar nicht. Bieber betont aber, dass Rheinfelder aus allen Parteien und gesellschaftlichen Milieus vertreten seien. Viele nutzten dabei auch das freie Feld, um ihre Anliegen zu deponieren. «Einige schickten uns fünf bis sechs Seiten mit ihren Anliegen ein», sagt Bieber.

Partei will auch Lösungsansätze aufzeigen

Die Rückmeldungen gilt es nun, in den nächsten Wochen zu sichten. Ziel sei es, so Bieber, ein Top 10 mit den Themen zusammenzutragen, welche die Rheinfelder am stärksten beschäftigen. Die Partei will es aber nicht beim Auswerten belassen, sondern auch Handlungsansätze aufzeigen. Mit Schimpfen sei niemandem gedient, so Bieber. «Wir sind an Lösungen interessiert.»

Gezeigt hat die Umfrage für Bieber auch, dass die Partei mit den fünf Themen, die sie abgefragt hat, den Puls der Rheinfelder getroffen hat. Viele kreuzten ein wichtig bis sehr wichtig an. Gefragt hatte die GLP, ob der Rhein auch in Rheinfelden West  – wie schon im Stadtpark Ost – zugänglich gemacht werden soll, ob durchgängige, vom Verkehr entflochtene Veloachsen gewünscht sind und ob die Stadt die Laden- und Gewerbeansiedlungen in der Altstadt finanziell unterstützen soll. Gerade das Thema Altstadt beschäftigt die Rheinfelder, wie eine erste Sichtung der Umfrage gezeigt hat. Die vielen leer stehenden sind keine gute Visitenkarte.

Aber auch zu den anderen Themen, der Renaturierung des Chleigrüts und dem Kauf des Bahnhofssaals, haben die Befragten eine klare Meinung.

Mit ein Auslöser für die Umfrage war die Abstimmung über den Rheinsteg. Die Gemeindeversammlung hatte im letzten Sommer einen Zusatzkredit von 3,2 Millionen Franken für die Brücke gesprochen. Dieser wurde nötig, da die Kosten für das Projekt, das die Stadtväter gerne als Leuchtturm und Jahrhundertprojekt bezeichneten, noch in der Planungsphase emporgeschnellt waren und die Fussgängerbrücke schlussendlich 12,7 Millionen Euro kosten sollte. Diese Kosten hätten sich die beiden Rheinfelden aufgeteilt.

Kosten-Nutzen-Verhältnis muss stimmen

Gegen den Gemeindeversammlungsbeschluss ergriffen SVP und GLP gemeinsam das Referendum. Sie setzten sich an der Urne mit 2000 gegen 1853 Stimmen durch; der Rheinsteg wurde damit versenkt.

Die beiden Parteien betonten gleichzeitig, dass sie nicht per se gegen Investitionen ist, diese aber ein sinnvolles Kosten-Nutzen-Verhältnis haben müssen. Dies sei beim Rheinsteg nicht der Fall gewesen. Um herauszuspüren, wo die Bevölkerung Investitionen wünscht und welche Projekte sie für die Stadtentwicklung für prioritär erachtet, lancierte die GLP die Umfrage – durchaus auch mit der Intention, danach die «politischen Vorstösse darauf auszurichten».

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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