Rheinfelden
Der Wakker-Preis ist eine Verpflichtung für die Zukunft

Das grenzüberschreitende Behördentreffen der beiden Städte Rheinfelden rückte die Bedeutung des Wakker-Preises in den Blickpunkt.

Peter Rombach
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Henri Leuzinger erläutert den Gästen am grenzüberschreitenden Behördentreffen die für den 2016 gewonnenen Wakker-Preis wichtigen Stadtplanungen. Ach

Henri Leuzinger erläutert den Gästen am grenzüberschreitenden Behördentreffen die für den 2016 gewonnenen Wakker-Preis wichtigen Stadtplanungen. Ach

Peter Rombach

Noch heute zehren die Kommunalpolitiker in Rheinfelden vom Wakker-Preis, den das Zähringerstädtchen 2016 erhalten hat. Sie sehen sich darin bestätigt, städteplanerisch wie gesellschaftlich die richtigen Weichen gestellt zu haben. Dies verdeutlichte das grenzüberschreitende Behördentreffen, das Stadtammann Franco Mazzi gute Gelegenheit bot, seinen Gästen aus der badischen Schwester-Stadt diverse «Wakker-Fixpunkte» zu erläutern. Detailinformationen lieferten Henri Leuzinger, Geschäftsführer Aargauer Heimatschutz, und der Rheinfelder Stadtbaumeister Urs Affolter.

Erhalt von Baudenkmälern

Dabei wurde deutlich, dass gleich nach der Jahrtausendwende städteplanerische Aktivitäten nicht mehr Zufallsentscheidungen sein durften, sondern in konkrete Gestaltungsabsichten münden mussten. «Das war nicht leicht», bestätigt Henri Leuzinger und verweist auf langwierige Diskussionen und Entscheidungsprozesse, um den Stadtpark West und Ost attraktiver zu gestalten, etwa durch Aussichtspunkte oder einen treppenartigen Zugang zum Rhein mit Mini-Badestrand. Dass die historische Altstadt und das gärtnerisch neu gestaltete Inseli auch neues Geschichtsbewusstsein bewirken, kommt ebenfalls zur Sprache. «Der Erhalt von Baudenkmälern ist wichtig, wir müssen nicht alles der Betonmoderne opfern», deutet Leuzinger auf die aktuelle Strategie zu einer «zukunftsorientierten und nachhaltigen Stadtentwicklung». Die Gäste aus dem badischen Rheinfelden dürfen ferner erfahren, dass sich in einer stattlichen Serie von Gestaltungsplänen wie Salmen- oder Grell-Areal «lokale Zielsetzungen in der Praxis bewährt haben.»

Nachhaltige Stadtplanung

Leuzinger verdeutlicht weiter, weshalb es zum Wakker-Preis gekommen war: «Der Nutzungsmix zwischen privaten und öffentlichen Bereichen, die Bereitschaft von Unternehmen zur konzeptionellen Zusammenarbeit mit den Behörden funktioniert in Rheinfelden.» Mehr noch: «Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist beispielhaft und längst international anerkannt.» Schmunzelnd hält Leuzinger fest: «Unser Rhein ist ein innerstädtisches Gewässer.» Dass es bald auch eine Flaniermeile von der Schifflände bis zum SBB-Bahnhof gibt, betrachtet er angesichts von derzeitigen Planungen zur Neugestaltung des Bahnhofareals als weitergehende Verpflichtung aus dem Wakker-Preis.

Dies signalisiert auch Stadtbaumeister Urs Affolter, der den in Arbeit befindlichen «Strukturplan Bahnhof» anspricht und eine «bauliche Verdichtung» mit Wohnungen und Geschäftsräumen auf dem Areal des ehemaligen Furnierwerks erwähnt. Im angedachten Neubau des Hotels Schiff quasi als Tor zur Altstadt und neben der alten Rheinbrücke sieht er einen «spannenden Prozess».

In seinem Dank für die Einladung zum Behördentreffen unterstreicht der badische Oberbürgermeister Klaus Eberhardt , dass «Nachhaltigkeit in der Stadtplanung» notwendig sei, damit beide Rheinfelden auch Zuschüsse aus dem europäischen Interreg-Programm erhalten. «Wir dürfen auf unsere Baukultur stolz sein, unser gemeinsames Denken hat wohl auch zum Wakker-Preis verholfen.»