Mumpf

Der Storch kann sich auf der Kirche ins gemachte Nest setzen

Das Nest wird mit Ästen ausgekleidet: Der Storch soll sich auf dem Kirchendach wohlfühlen.

Das Nest wird mit Ästen ausgekleidet: Der Storch soll sich auf dem Kirchendach wohlfühlen.

Seit Freitag ist das Dach der Kirche Mumpf wieder storchengerecht ausgerüstet. Mit einem Kran wurde ein neues Nest montiert, um wie vor 100 Jahren wieder Störche nach Mumpf zu locken.

Die Chancen, dass bald wieder ein Storch seinen Weg aufs Kirchendach findet, stehen gut. Die Nestmontage lockte einige Zuschauer an, die das neue Nest mit Handy und Fotoapparat festhalten wollten.

Es ist lange her, seit zuletzt ein Storch in Mumpf genistet hat. Peter Güntert, Vizepräsident des Natur- und Vogelschutzvereins Mumpf, freut sich, nach so langer Zeit wieder einen Storch erwarten zu dürfen. Er sagt: «Ich habe schon 1998 ein Gesuch gestellt, um ein neues Nest zu montieren. Damals war es der Kirchenpflege aber zu unsauber, sie hatten Angst vor dem Vogelkot auf dem Dach.» Das hat in den letzten Jahren offenbar geändert, denn 2014 kam die Kirchenpflege auf den Vogelschützer zu und bat ihn, sein Gesuch nochmals zu stellen. Im vergangenen Dezember erhielt der Natur- und Vogelschutzverein dann die Bewilligung und konnte zu planen beginnen.

«Ich glaube, wir haben gute Chancen, dass wieder ein Storch kommt. Im Vergleich zu Rheinfelden oder Kaiseraugst ist hier das Feld für die Nahrungssuche viel näher. In Rheinfelden muss der Storch über die ganze Stadt fliegen, bis er zu einem Feld kommt», erklärt Peter Güntert. Wieso der Storch Mumpf jemals verlassen hat, ist nicht ganz klar. Peter Güntert vermutet, dass es daran lag, dass aufgrund einer Güterregulierung in den Jahren um 1930 alle Sümpfe der Umgebung trockengelegt wurden. Wiesen mit Teichen, Weihern und Sümpfen stellen den natürlichen Lebensraum der Störche dar und sind wichtig für die Nahrungssuche. Solche Sümpfe wurden in den vergangenen 30 Jahren wieder angelegt. «Jetzt müssen wir nur noch darauf warten, dass auch wirklich ein Storch kommt», sagt Güntert schmunzelnd.

Das Nest wurde nach der Anleitung des deutschen Naturschutzinstituts gebaut. Das Nest selber liegt auf einem Dachträger. Es wurde mit Ästen ausgekleidet und mit weisser Farbe bespritzt. «Der Storch soll meinen, es sei schon ein anderer Storch hier gewesen. Die weissen Spitzen täuschen ihm vor, dass einer schon hier sein Geschäft erledigt hat», erklärt Peter Güntert.

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