Fricktal

Der Schrecken kam bergab – Fricktaler stürzt bei seiner Schweiz-Umrundung

Roland Gröflin hat den Höhepunkt der gestrigen Etappe erreicht.

Roland Gröflin hat den Höhepunkt der gestrigen Etappe erreicht.

Auf seinem Lauf rund um das Land stürzt der Rheinfelder Roland Gröflin. Er hat Glück im Unglück. Auch, weil er sehr trainierte Bänder hat.

Es war ein Schreckmoment. Auf der Etappe von Le Chatelard nach Champex, der ersten der «Big 5» mit über 70 Leistungskilometern, passierte es. Bergab. Roland Gröflin stolperte, trudelte, fiel. «Es ging so schnell, dass ich nicht einmal die Hände nach vorne brachte», erzählt der Rheinfelder.

Sollte das das vorzeitige Ende seines Mammutprojektes sein, bei dem er 2000 Kilometer rund um die Schweiz läuft?

Stürze eher auf einfachen Abschnitten

Ein prüfender Blick. Knie, Ellbogen und Hüfte sind leicht lädiert. Sonst ist alles ok. «Ich hatte Glück im Unglück», bilanziert er. Noch am Tag vor dem Sturz habe er zu seinem Team gesagt, dass es ihn in den ersten 15 Etappen nicht einmal umgehauen habe. Er lacht. «Das hätte ich wohl besser nicht gesagt.»

Am Tag darauf, dem Montag, «lief ich bergab dann schon vorsichtiger», sagt Gröflin. Nochmals ein Sturz, «das muss nicht sein». Obwohl er weiss: Stürzen kann man immer. «Meist passiert es nicht auf den gefährlichen Passagen», weiss er, «da passt man auf». Bei vermeintlich einfachen Streckenabschnitten dagegen kann die Konzentration schon mal nachlassen. Dank des Trainings sei nicht mehr passiert, ist sich Gröflin bewusst. «Die Bänder sind trainiert und können einiges aushalten.»

Hochzeitstag auf dem Genfersee

Dabei war die letzte Woche eine voller Höhepunkte. Sportlich wie persönlich. Sportlich hat er seinen Tritt auf dem 2000-Kilometer-Lauf gefunden. Persönlich konnte er gleich zwei Feste feiern: den 25. Hochzeitstag am Mittwoch und den 56. Geburtstag am Freitag. Den Hochzeitstag verbrachte er zusammen mit seiner Frau Patrizia, die ihn auf der Tour begleitet, auf einer Segeljacht auf dem Genfersee. Toll sei es gewesen, so Gröflin, nur der Wind spielte nicht mit. Statt der Segel brummte der Motor.

Der Geburtstag dann, ein «normaler Lauf-Arbeitstag», liess er und sein Team – neben seiner Frau begleitet ihn als Betreuer Mosh Mangha – bei einem feinen Znacht ausklingen.

Zeit zum Ausruhen bleibt Gröflin nicht. Nach der «eher lockeren» Etappe gestern Dienstag mit 52 Leistungskilometern und 1600 Höhenmetern, folgt am Mittwoch die zweite der «Big 5»-Etappen: Diesmal geht es von Fionnay nach Arolla. 2835 Meter rauf, 2329 Meter runter. Mit 77 Leistungskilometern ist dies die zweitintensivste Etappe auf der zweimonatigen Tour. Er wird sie meistern. Hoffentlich ohne Schreckmoment.

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