Gastronomie

«Der Restaurant-Betrieb ist ein Kampf»: Fricktaler Wirte haben es nicht einfach

Viele Gastronomen haben Anlaufschwierigkeiten und sehen in ihren Betrieben Verbesserungspotenzial.

Es ist ein altbekanntes Bild: Ein Wirt gibt auf und einige Wochen später versucht ein zweiter in derselben Lokalität sein Glück. Seit Sommer 2018 gibt es im Fricktal eine Handvoll neuer Gastronomen, die mit ihren kulinarischen Konzepten den Erfolg suchen. Die AZ hat fünf von ihnen gefragt, ob sie ihn schon gefunden haben.

Nachdem Markus Schwehr als Pächter des «Rheinfels-Park» das Handtuch warf, haben Corinne und Serge Güntert das Steiner Restaurant an der Schaffhauserstrasse unter dem Namen «Felsen» im August 2o18 neu eröffnet. «Es ist ein Kampf. Der Restaurant-Betrieb ist nicht zufriedenstellend», bilanziert Serge Güntert das vergangene Jahr.

Besonders im Mittagsgeschäft bestünde ein «grosses Steigerungspotenzial». Grund hierfür sei, dass die Konkurrenz in der rund 3200 Einwohner grossen Gemeinde enorm ist. «Es gibt viele, die günstig Kaffee und Sandwiches anbieten», so Serge Güntert.

Mit Fachleuten im Gespräch

Immerhin habe das Abendgeschäft, das sich um «Burger, Beef & More» dreht, angezogen. Doch: «Bisher rechnen sich die Einnahmen aus dem Restaurant-Betrieb wegen der hohen Unkosten für das Gebäude nicht», sagt Serge Güntert. Bereits verkürzt habe man die Öffnungszeiten, um Kosten zu sparen. «Wir sind im Gespräch mit Experten, um zu sehen, an welchen Schrauben wir noch drehen können», sagt er.

Das Wirtepaar Melanie Hettesheimer und Sava Savov hat Ende Februar den «Schlüssel» in der Rheinfelder Altstadt übernommen. War die Lokalität zuvor als Raucher-Pub mit feinen Güggeli bekannt, betreiben die beiden dort nun ein Bistro mit frisch zubereiteten Gerichten.

«Klar, frühere Stammgäste, die ausschliesslich wegen des Rauchens und des Biers kamen, kommen nicht mehr», so Hettesheimer.

Mit den ersten Monaten war sie jedoch «sehr zufrieden». Über den Sommer sei es dann aber merklich ruhiger geworden. «Laufkundschaft in einer Seitengasse – das ist halt schwierig», sagt Hettesheimer.

Ab Oktober werde man den «Schlüssel» auch über den Mittag öffnen. Gegen die breite Konkurrenz aus der Marktgasse wollen sie sich mit Qualität und Nachhaltigkeit behaupten. «Wir schnitzen unsere Pommes frites selber und das Schnitzel ist vom Weideland-Schwein», sagt sie.

Agatina und Daniele Ieraci traten im April die Nachfolge von «Cordon bleu King» Florian Bader in der Eiker «Sonne» an. Mit den ersten Monaten ist Agatina Iearci zufrieden. «Wir konnten bereits einige Stammäste gewinnen. Gleichwohl besteht noch Steigerungsbedarf.»

Spezielles auf der Karte ist wichtig

Damit dies gelingt, sei es wichtig, auch immer mal wieder etwas Spezielles wie etwa Wildschweingerichte auf die Karte zu bringen. Gerade, weil es in den benachbarten Gemeinden einige Restaurants mit italienischer Küche gibt.

Steigerungspotenzial sieht auch Armando Filippi für seine gleichnamige Cafeteria, die er im Mettauertaler Ortsteil Mettau in der ehemaligen Filiale der Post im April eröffnet hat. «Die Gäste loben zwar den Kaffee, gerade am Abend könnte die Cafeteria jedoch mehr Gäste vertragen», sagt er.

Gastronomie-Unternehmer Toni Brüderle, der den «Adler» in Kaiseraugst seit Juli 2018 von der Ortsbürgergemeinde pachtet, zeigt sich mit den Gästezahlen zufrieden. «Am Anfang sind wir überrannt worden, jetzt haben sie sich auf einem hohen Niveau eingependelt.»

Autor

Dennis Kalt

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