Laufenburg
Der Euphonist war der Star des Abends

Bestens besetztes Ensemble liess Konzert der Stadtmusik in der Stadthalle zu einem Genuss werden.

Dieter Deiss
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Gastsolist Philippe Wendling begeisterte das Publikum mit zwei herausragenden Euphonium-Soli. Dieter Deiss

Gastsolist Philippe Wendling begeisterte das Publikum mit zwei herausragenden Euphonium-Soli. Dieter Deiss

Dieter Deiss

«A Little Opening» hiess das erste Stück am Konzertabend der Laufenburger Stadtmusik. Ganz dem Titel entsprechen eröffneten denn auch die Musikantinnen und Musikanten den Konzertabend leicht und beschwingt. Trompeten und Posaunen machten den Auftakt. Von Beginn weg auffallend, das bestens besetzte Schlagwerk, das mit seinem präzisen, schnörkellosen Spiel eine wichtige und verlässliche Stütze des ganzen Orchesters war. Die vier Musikanten glänzten denn auch während des ganzen Abends mit ihrer äusserst präsenten Spielweise.

Mit «The Legend of Maracaibo» des jungen, spanischen Komponisten José Alberto Pina wartete die Stadtmusik mit einem ersten Höhepunkt auf. Ein Auftakt mit Trommel und Pauke leitete über zum eigentlichen Thema, das sich dann in verschiedensten Formen durch das ganze Stück hindurchzieht.

«Pantomime» in Vollendung

Im dreiteiligen «Pantomime» von Philip Sparke hatte Gastsolist Philippe Wendling seinen ersten Auftritt. Der Elsässer Wendling, ein profilierter Euphonist, gehört unter anderem dem Pariser Polizeiorchester an und unterrichtet am Konservatorium Strassburg Euphonium. «Pantomime» beginnt mit einem langsamen ersten Teil und gibt danach dem Euphonium in verschieden-sten Variationen die grosse Chance, zu zeigen, was auf diesem Instrument alles möglich ist. Die Soli stellen höchste Anforderungen an den Spieler, sowohl in Sachen Technik, als auch in Sachen Musikalität. Bei aller Anerkennung der beeindruckenden Leistung des Solisten, darf doch nicht verschwiegen werden, dass dieser in extrem hohen Lagen einige Probleme mit der Reinheit bekundete. Auch die äusserst schnellen Läufe wirkten manchmal etwas oberflächlich gespielt.

Publikum sang mit

Mit «Symphonic Highlights from Frozen», der Musk aus einem Animationsfilm von Walt Disney, begann der zweite Teil. Problemlos meisterte das Spiel die diversen Tempiwechsel. In «Variationen über den Karneval von Venedig» von Jean-Baptiste Arban hatte Philippe Wendling seinen zweiten Auftritt. Das bekannte Lied «Mein Hut, der hat drei Ecken» liegt dem Stück zugrunde, und der Solist munterte das Publikum denn auch zum Mitsingen auf.

Der Solopart des Euphonisten war technisch noch schwieriger als bei «Pantomime». Wiederum schlichen sich im sonst hervorragend gespielten Solo einige Unebenheiten ein. Gerne hätte man ein Solo gehört, wo das Musikalische mehr im Vordergrund gestanden hätte. Ein Kompliment gebührt der Stadtmusik, die den Solisten diskret, aber gekonnt begleitete. Sämtliche Register sind glänzend besetzt, harmonieren zusammen und fügen sich in das Ganze ein. Man spürt durchs Band die straffe Hand von Dirigent Martin Burgunder. Unauffällig, dort, wo nötig aber auch temperamentvoll, führte er die Musikantinnen und Musikanten durch die Klippen des Konzerts.