Schupfart
Das Schupfart-Festival bringt Hochsommer ins Fricktal zurück

Mit einem grandiosen Paukenschlag eröffnete der Velo-Klub Schupfart sein dreitägiges 29. Rock-Country-Schlager-Festival in der Festhalle auf dem Flugplatzgelände. Rapper Bligg heizte dem Publikum im Fricktal tüchtig ein.

Ingrid Arndt
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Bligg am Schupfart-Festival
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Bligg am Schupfart-Festival
Schupfart-Festival mit Bligg, EAV und Baseballs
Bligg am Schupfart-Festival
Bligg am Schupfart-Festival
Baseballs
Baseballs
Baseballs
Baseballs
EAV
EAV
EAV
EAV
Im Publikum

Bligg am Schupfart-Festival

Ingrid Arndt

Das Top-Event eröffnete die österreichische Pop-Rock-Band «Erste Allgemeine Verunsicherung». 1977 gegründet, zündeten die taffen Herren noch immer ein musikalisches Feuerwerk und nahmen spöttisch-humorvoll so manche Missstände der Gegenwart aufs Korn. Nichts war vor ihnen sicher: Mit Seitenblick auf die katholische Kirche stellten sie die brisante Frage «Was ist für kleine Jungs sicherer: ein Internat oder das Internet?». Kritisch ging es mit «Nostradamus» zurück in die verkrustete Vergangenheit, hochaktuell war das Stück «Atomkraft».

Durch ihre politischen Statements und ihr Engagement gegen Rechtsextremismus hatten sie in der Vergangenheit immer wieder hohe Zeitgenossen vergrätzt. Mit dem Album «Neue Helden braucht das Land» sind die EAV derzeit auf Tournee.

Schon am frühen Abend war die Stimmung am Schupfart-Festival bestens: Jung und Alt in Partylaune, weiter ordentlich angeheizt von den sieben Boys der deutschen Rock-’n’-Roll-Gruppe The Baseballs. In bester Elvis-Presley-Manier wirbelten sie über die Bühne, verrenkten ihre Körper, bedienten das Piano auch mit den Füssen, brachten das Publikum im Zelt zum Toben und Mitmachen. Die Band hatte sich 2007 in Berlin gefunden. Äusserst erfolgreich sind The Baseballs im deutschsprachigen Raum und in Skandinavien unterwegs, sie erhielten bereits diverse Auszeichnungen.

Professionalität der Extraklasse boten die zehn schrägen Typen der Schweizer Band Bligg mit ihrer Sängerin. Sie sind schon seit Jahren wohl das Beste, was das Land punkto Rapp zu bieten hat. Frontmann Marco Bliggensdorf (34) spielt mit seinen Mannen fast nur in ausverkauften Häusern.

Schon mit den ersten Noten aus ihrem jüngsten Album «Bart aber herzlich» brachten sie das Zelt zum Kochen. Euphorisch jubelte ihnen das Publikum zu, war fasziniert vom atemberaubenden Tempo des Vortrages, dem satten Sound, der Mischung aus Rock, poppigem Hip-Hop, souligen Grooves, volkstümlichen Ländlerklängen, den laut wummernden Bässen und starken Rhythmen. Und all das passte zusammen. Dabei kam der Humor nicht zu kurz, ebenso wenig wie Ernsthaftes, Skurriles oder Episches. «Bart aber herzlich» verbindet Modernes harmonisch mit Traditionellem; es gibt Songs mit Hackbrett und Akkordeon, man hört Rap mit Rock, Ska, Soul und Charleston. Der Song «Legändär & Heldä» wurde Ende August als Hymne des Schwingerfestivals veröffentlicht und wurde die Nummer 1 der Schweizer Singlehitparade.

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