Waldshut

Das Resultat einer Bieridee: Der Skilift wurde in Rekordzeit gebaut – und feiert nun Jubiläum

Albert Schneider mit Pistenbully. Der Geschäftsführer hält den Betrieb am Laufen.

Albert Schneider mit Pistenbully. Der Geschäftsführer hält den Betrieb am Laufen.

Beim «Feierabendschoppen» kam die Lust auf einen Skilift. Und so kam es, dass ein Schlepplift 1969 in Herrischried in Betrieb genommen wurde.

Hier hat wohl auch so mancher Fricktaler seine ersten Versuche auf den Ski gemacht: Der Herrischrieder Skilift im Landkreis Waldshut wird 50 Jahre alt. Am 20. Dezember 1969 lief in Herrischried der nigelnagelneue Schlepplift das erste Mal.

Begonnen hat alles im Hotel Waldheim beim Feierabendschoppen, wo im April 1969 in launiger Runde die Frage hochkam, ob denn in Herrischried die Möglichkeit für einen Skilift bestünde. Gefragt. Getan.

Der Eigentümer eines in Frage kommenden Geländes wurde schnell gefunden. Im Juli des gleichen Jahres entschied die Gemeinde die Bauanfrage positiv. Am 9. August 1969 wurde die Skilift GmbH in das Handelsregister eingetragen. 13 Gründer zeichneten als Gesellschafter Anteile von je 10000 Mark. In der Rekordzeit von knapp fünf Monaten war der Lift am 20. Dezember 1969 betriebs­bereit und die ersten Wintersportler wurden den Hang hochgeschleppt.

Zu gleicher Zeit wurde das Liftgebäude hochgemauert und auch fertiggestellt. Der Wald wurde gerodet. Alles war bereit für die ersten Wedelkünste. Allerdings war die erste Version des Skilifts nur halb so lang wie der heutige Kehltannen-Lift. Schon nach vier Jahren wurde die ursprüngliche Anlage abgerissen und ein neuer Lift mit der jetzigen Länge montiert. Im Winter 1970 stand bereits der zweite Lift für die Wintersportler zur Verfügung – ebenfalls in Rekordzeit gebaut. Dieser wurde Ödland-Lift genannt.

Auch das «Liftstübli» wurde erweitert. 1972 wurde die Beschneiungsanlage angeschafft. Herrischried war damit das erste künstlich beschneite Skigebiet im Schwarzwald. Das Wasser hierfür wird für den kleinen und grossen Lift unterirdisch nach oben gepumpt. Geschäftsführer Albert Schneider versichert, dass die Technik dafür sorgt, dass das Wasser in den Leitungen auch bei Minusgraden nicht einfriert.

Mit dem Pistenbully statt mit der Schaufel unterwegs

Der Startpunkt des Herrischrieder Skilifts liegt auf 890 Metern über Meer, der Höhenunterschied zwischen Tal- und Bergstation beträgt 130 Meter und die beiden Pisten sind 3,3 Kilometer lang. In den 50 Jahren des Skilift­betriebes gab es etliche Investitionen. Wo man früher mühsam mit der Schaufel die Piste präparierte, fegt heute ein 430 PS starker Pistenbully über die Pisten.

Da die Ansprüche an Skifahren und Snowboarden grösser geworden sind, wurde auch in einen «Funpark» investiert. In einem von der Piste abgeteilten Bereich gibt es Platz genug für Waghalsige, um Sprünge und Saltos zu vollführen.

Derzeit denkt die Liftgesellschaft über Förderbänder nach, die Kinder der Skischule und Schlittenfahrer nach oben befördern sollen. Vorrang hat jedoch die technische Wartung mit dem notwendigen Austausch von Teilen. «Alleine die Instandhaltungs- und Wartungskosten kommen pro Jahr auf rund 80000 Euro», sagt Albert Schneider. Ein Zeitfenster von drei Monaten Liftbetrieb muss ausreichen, um die Kosten des ganzen Jahres abzudecken.

«Der Skilift gehört zu meinem Leben», sagt Schneider. Sein Vater war Mitbegründer der Skilift GmbH. Zum Jubiläum gab es gestern ein grosses Fest samt Guggemusik und Feuerwerk. Die Saison am Skilift dauert jeweils vom 26. Dezember bis Mitte März.

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