Laufenburg

Das Rehmann-Museum bringt Farbe in die Stadt und wartet mit Live-Sprayern auf

In Laufenburg beginnt im Juli eine Ausstellung zu Streetart – im Museum und in den Strassen.

Das Rehmann-Museum beschreitet neue Wege. Drehten sich die Ausstellungen im Ateliermuseum mit Skulpturengarten bisher primär um das Werk des 95-jährigen Bildhauers Erwin Rehmann, so «ist diesmal alles anders». Das sagte Geschäftsführerin Regula Laux an der Pressekonferenz am Freitagnachmittag. Sogar die Pressekonferenz fand in unüblichem Rahmen statt: Draussen, bei den Gewächshäusern der Gärtnerei Leuenberger, statt im Museum. Warum, das wurde rasch klar: Drei junge Streetart-Künstler waren live daran, die Wände eines alten Arbeitsgebäudes zu besprayen.

In der Ausstellung «Under Construction», die am 1. Juli Vernissage feiert, zeigen fünf Künstler und eine Künstlerin ihre Werke. «Sie alle verbindet, dass ihre Laufbahn auf der Strasse begann», sagte Laux. Die Künstler werden einerseits das Museum und seinen Garten bespielen. Unter anderem zeigt David Monllor fotorealistische Ölbilder, Benjamin Solt stellt Betonstelen auf und die Künstlerin Mizzo gestaltet eine Wandinszenierung. Andererseits wird aber auch der öffentliche Raum von der Ausstellung in Anspruch genommen.

Streetart in Laufenburg: Sprayer zeigen ihre Kunst live

Streetart in Laufenburg: Sprayer zeigen ihre Kunst live

Die Stadt ist mit an Bord

Als Streetart, zu Deutsch: Strassenkunst, wird Kunst im öffentlichen Raum bezeichnet. Gesprayte Bilder, Graffiti, Installationen. «Streetart nur im Museum – das geht eigentlich nicht. Damit muss man rausgehen, denn von draussen kommt die Kunst ja», sagte Regula Laux.

Währenddessen war im Hintergrund das Zischen der Spraydosen zu hören. Auf dem Arbeitsgebäude entstanden am Freitag ein leuchtend rot-orangefarbener Frosch sowie eine riesige Nacktschnecke. «Ein absoluter Blickfang», befand Martin Leuenberger und freute sich, dass die von Vandalen immer wieder verschmierten Wände, nun «wirklich toll rüberkommen.»

Schon bald sollen weitere Flächen in der Stadt folgen. Die Museumsverantwortlichen arbeiten dabei mit der Stadt zusammen. Vizeammann Meinrad Schraner zeigte sich begeistert von der Idee: «Die Strasse ist der Begegnungsort der Gesellschaft. Dieses Projekt ist eine Bereicherung für Laufenburg.» Welche Flächen zu Kunstwerken werden, definieren die Verantwortlichen in den kommenden Wochen. Auch das Unternehmen Erne ist mit an Bord: Unter anderem sollen am 111-Jahr-Fest im August zwei Künstler je ein Werk live erstellen.

Werke von «Banksy» zu sehen

Im Rehmann-Museum werden während der Ausstellung kurze Dokumentationen über die Künstler gezeigt. Auch ausgesuchte Werke des wohl bekanntesten Streetart-Künstlers der Welt, Banksy, sowie des Zürcher Sprayers Harald Naegeli sind zu sehen. Zudem sind weitere Aktionen und Veranstaltungen in der Stadt in Planung. «Der Name der Ausstellung, ‹Under Construction›, ist Programm», sagte Regula Laux.

Sie freute sich besonders über die Offenheit von Hausherr Erwin Rehmann, der sein Museum den jungen Künstlern überlässt. «Es ist schön, diese Offenheit über Generationen hinweg zu sehen und auch, wie er sich darauf einlässt», so Laux. Rehmann selber ergänzte: «Ich bin gespannt auf die Werke der jungen Künstler. Die neue Ausstellung gibt dem Museum eine Lebendigkeit.»

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