Einen ersten Hauch an heissen Frühlingsgefühlen hatte die Musikgesellschaft Kaisten unter Direktion von Marco Müller am Wochenende schon mal parat. Unter dem Motto «Concerto d’Amore» ging es sehr unterhaltsam um die gesamte Palette der Liebe, die das Leben so bereit hält: die Himmelhochjauchzende, den Schmerz, der damit verbunden sein kann, die Liebe zur Musik oder zur Natur. Passend dazu zauberte ein funkelnder Sternenhimmel im hinteren Teil der Bühne allerlei Illusionen. Durch das Programm führte Moderatorin Jasmin Langenegger.

Jubilierend und im schönsten Barockstil eröffnete das Orchester den Abend mit dem «Concerto d’Amore» (Jacob de Haan). Temporeich ging es im Stück über in Pop und Swing mit schmetternden Trompeten in imposanter Klangfülle, vibrierend furios das Finale. Ein Genuss war der kraftvolle Gesang der Solistin Sandra Kozlik, die beruflich verbunden ist mit dem Dirigenten Marco Müller und die sich spontan bereit erklärt hatte, das Konzert mitzugestalten. Kozlik studierte klassischen Gesang, ist jetzt jedoch mehr unterwegs in Musicals, Pop und Soul und hat eine eigene Konzertreihe gemeinsam mit namhaften Musikern. Ausdrucksstark interpretierte sie das Lied «Ich gehöre nur mir» (Michael Kunze) aus dem Musical «Elisabeth», in dem vom unglücklichen Leben der Kaiserin von Österreich am Wiener Hof erzählt wird.

Robin Hood und Lion King

Auf hohem Niveau danach dargeboten vom Ensemble das nicht einfache Konzertwerk «Cry of the last Unicorn» – der Schrei des letzten Einhorns –, in dem es um das geheimnisvolle Schicksal des von Jägern verfolgten Fabeltieres geht. Mystisch unheimlich und anrührend zugleich die Melodie, wunderschön das Solo der Flötenregister.

Hochemotional und innig «Gabriella’s Song» (Stefan Nilsson) mit Solistin Sandra Kozlik aus dem schwedischen Kinofilm «Wie im Himmel». Gabriella, eine einfache Dorfbewohnerin, findet Zuflucht und Anerkennung vor ihrem gewaltsamen Ehemann in einem kleinen Chor mit ihrem herrlichen Gesang. Wer kennt ihn nicht, Robin Hood, den König der Diebe, der den Reichen etwas klaute und es den Armen gab. Eindrücklich gefühlvoll spielte dazu die Formation den stimmungsvollen Titelsong aus dem Film, voller Dramatik und Zärtlichkeit zugleich. Weltweit eroberte sich 1994 der Zeichentrickfilm «The Lion King» ein begeistertes Publikum. In einer musikalischen Mischung aus Klassik und afrikanischen Klängen sucht der Löwenjunge Simba seinen Platz im Kreis des Lebens. Mal ausgelassen unbeschwert, mal besinnlich zeichneten die Musikanten seinen Weg nach. Für die Lieder engagierte der Komponist Hans Zimmer den Sänger Elton John. Wunderbar das Medley zum Schluss aus dem Musical «My fair Lady» mit so bekannten Liedern wie «In der Strasse, wo du lebst..» oder «Wäre det nich wunderscheen...». Ohne Zugabe wollten die Zuhörer das Orchester nicht gehen lassen und so gab es als Zugabe noch einen fetzigen Marsch, ein Solo von Sandra Kozlik und den eingängig melodischen «Gentleman of Music».