Kaiseraugst
Das Ende der «Sonne»: Wirtepaar verkauft traditionsreichen Gasthof an Investor

Das Wirtepaar Oskar und Vera Müller hat seinen Gasthof an einen Investor verkauft. Dieser plant, dort Wohnungen einzurichten.

Dennis Kalt
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Der Gasthof Sonne wurde bereits 1850 in der Dorfgeschichte erwähnt. Dennis Kalt

Der Gasthof Sonne wurde bereits 1850 in der Dorfgeschichte erwähnt. Dennis Kalt

Dennis Kalt

Goldbraun gebratene Forellen, Chateaubriand mit Sauce béarnaise oder Risotto aus dem Käse wird es ab dem 1. Januar 2018 in der «Sonne» nicht mehr geben. Denn an diesem Tag geht der traditionsreiche Gasthof in den Besitz eines privaten Investors über, der plant, drei Wohneinheiten im Gasthof zu errichten. «Einerseits sind wir über den Verkauf erleichtert. Andererseits sind wir traurig und enttäuscht, dass der gastronomische Betrieb eingestellt wird», sagen Oskar und Vera Müller. So wäre es dem Wirtspaar mehr als recht gewesen, wenn ein neuer Besitzer weiter auf der «Sonne» gewirtet hätte. «In diesem Fall hätten unsere Angestellten ab dem 1. Januar 2018 im Betrieb weiterarbeiten können», schieben Oskar und Vera Müller nach.

Zwar hätte das Wirtepaar die Möglichkeit gehabt, bis zur Urnenabstimmung der Ortsbürgergemeinde Mitte Oktober abzuwarten – diese ergriff gegen ihren ursprünglichen Entscheid, die «Sonne» nicht zu kaufen, das Referendum –, das Risiko einer erneuten Kaufabsage durch die Ortsbürgergemeinde wäre aber zu gross gewesen, sagt das Wirtspaar, denn: «Wenn wir noch bis zur Abstimmung gewartet, hätten, wäre der private Investor von seiner Kaufabsicht zurückgetreten und wir würden womöglich mit leeren Händen da stehen.»

Verständnis für den Verkauf

Gemeindepräsidentin Sybille Lüthi kann die Argumentation des Wirtepaares, zu verkaufen, bevor der Investor abspringt, nachvollziehen: «Die Urnenabstimmung der Ortsbürger wäre völlig offen gewesen. Deswegen ist diese Entscheidung verständlich.» Die 40 Stimmen, die Ortsbürger Lorenz Schmid für das Referendum zusammengebracht hat, zeigen laut Lüthi vor allem eins: «Wir haben in Kaiseraugst eine lebendige Demokratie. Unsere Ortsbürger setzten sich für ihre Interessen aktiv ein.»

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