Kaiseraugst

Das Dorf lieferte viel Stoff – und auch Greta fehlte an der Fotzelschnitte nicht

Neben Kaiseraugster Themen fehlen an der diesjährigen «Fotzelschnitte» auch Greta und die Klima-Demos nicht.

Neben Kaiseraugster Themen fehlen an der diesjährigen «Fotzelschnitte» auch Greta und die Klima-Demos nicht.

An der Chaiseraugschter Fotzelschnitte werden lokale Themen aufs Korn genommen – doch auch Greta kommt vor.

In Ganzkörperanzüge gewandet, bilden die Akteure auf der Bühne immer zu zweit einen Buchstaben in einer der Farben der fünf olympischen Ringe. Sie formieren den Schriftzug HALLO. In der Bütt hält derweil René Michel die Rede zur Eröffnung der Olympischen Spiele «Chaiseraugscht 2020» des Fasnachtsvereins Chaiser­augschter Fotzelschnitte. Eigenwillig ist Michels Deutung der Farben, der meint, dass Blau die Bevölkerungsgruppe repräsentiere, die besonders aktiv im Stemmen von Biergläsern sei und dabei ihre Arm- und Schluckmuskulatur trainiere. Schwarz stehe für die autoaffine, konservative Bevölkerung, während Grün die hyperaktive Gruppe der Greta-Jünger repräsentiere.

Grossstadtchnulleri mit Star-Wars-Einlage

Schon im Sommer hatte die Gruppe die Idee zu einem sportlichen Film, angelehnt an den Humor von Benny Hill, der das Thema «Chaiseraugscht 2020» für die diesjährige Fotzelschnitte schliesslich vorgab. «Das Thema ist einfach so gewachsen. Es ist aber nur ein Puzzleteil», erklärt Bürgi. Bei den Einzelauftritten ist das Thema dann doch so stark vertreten, dass die Akteure daraus den roten Faden für die Fotzelschnitte gemacht haben. «Das Thema Olympia bietet auch viel Spielraum», sagt Bürgi. Die Einzelauftritte hangeln sich am Ablauf von Olympischen Spielen entlang, von der Eröffnung mit einem etwas anderem Fackellauf durch das Dorf, wiedergegeben als Einspielung auf der Leinwand, bis zur finalen Schlussnummer.

Das Kernteam der Fotzelschnitte ist zehn Mitglieder stark. Im Film und auf der Bühne werden sie von sieben weiteren Akteuren unterstützt, von denen einige ehemalige Mitglieder der Fotzelschnitte sind. Von Mittwoch bis Sonntag läuft das dreistündige Bühnenprogramm mit halbstündiger Pause an fünf Abenden. Am Ende rechnet Bürgi mit 600 Besuchern. Für die heutige Aufführung gibt es noch Restkarten. Die anderen Vorstellungen sind ausverkauft. Das Programm moderieren die Mitglieder Christian Rütschlin und Céline Bürgi.

Die Proben haben die Auftretenden im November mit einem Probenwochenende aufgenommen und sich dann wöchentlich getroffen. In den letzten zwei Wochen wurden die Proben intensiviert. Bei der Generalprobe am Montagabend lief auch fast alles rund. «Dieses Jahr haben wir relativ viel Stoff», meint der Obmann. Die Themen finden sich in den Beizen und auf lokalen Facebook-Seiten.

Die Lachmuskeln kommen nicht zum Erliegen, da Gag um Gag abgefeuert wird. Nicht nur der Fasnachtsverein sorgt für Unterhaltung, sondern auch anderen Akteure stehen auf der Bühne. Zum ersten Mal gibt es mit «Dr. Schindu und sini zwöi Dame» aus Pratteln und der «Giftspritzi» aus Basel gleich zwei Schnitzelbänke aus anderen Orten. Grosses Kino bieten die Chaiseraugschter Gross­stadtchnulleri, die eine Star-Wars-Einlage mit echtem R2D2 auf der Bühne wiedergeben. Schrägtönend wird dazu die Filmmusik gespielt und ­natürlich hat die Gugge noch weitere Stücke in petto. Lateinkenntnisse beweisen die Chaipirinhas mit ihrer humoris­tischen Theatereinlage, die das römische Erbe im Dorf aufs Korn nimmt.

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