Zeihen

Dank geschützten Nistplätzen: Meister Langohr zeigt sich wieder

In den Versuchsfeldern werden Wintergetreide weniger dicht angesät. Für Hasen werden so geschützte Nistplätze geschaffen.kpf

In den Versuchsfeldern werden Wintergetreide weniger dicht angesät. Für Hasen werden so geschützte Nistplätze geschaffen.kpf

Die Initiatoren des Pilotversuchs zum Schutz der Hasen ziehen nach einem Jahr eine positive Zwischenbilanz – bereits wurden erste Hasen in den Feldern gesichtet. Allerdings war dieses Jahr, dank der Trockenheit, auch generell ein gutes Hasenjahr.

Dank weniger dicht besäten Feldern soll mehr Lebensraum für Hasen geschaffen werden. Es scheint, als hätten die Zeiher Hasen ihre neuen Nistplätze bereits gefunden.

Stetig zählen die Jäger weniger Hasen. In Zeihen wurden im Jahre 1998/1999 zwanzig Hasen gesichtet, 2012 waren es noch neun. Auf Initiative der Energie- und Umweltkommission Zeihen wurde vor einem Jahr ein Pilotprojekt gestartet: Getreidefelder mit Wintergetreide werden weniger dicht angesät, um gut geschützte Nistplätze für Hasen zu schaffen.

Die konventionell bepflanzten Felder sind zu dicht für die Tiere; die Häsinnen setzen ihre Jungen deshalb in Hecken und deren Saumstreifen, wo sie von Füchsen, Krähen, Hunden und Katzen schnell gefunden werden.

Die Bilanz nach dem ersten Versuchsjahr ist positiv, wie Eveline Schürmann von der Energie- und Umweltkommission sagt: «Einige Landwirte haben im Sommer Hasen in ihren Getreidefeldern gesehen.

Besonders freut mich, dass auch junge Hasen, die bereits laufen konnten, gesichtet wurden. Mobile Hasen haben gute Überlebenschancen.» Allerdings müsse man auch sagen, dass dieses Jahr aufgrund der trockenen Witterung grundsätzlich ein sehr gutes Hasenjahr war und man deshalb erst längerfristig auf einen direkten Zusammenhang zwischen den getroffenen Fördermassnahmen und einer Bestandszunahme schliessen könne. «Ermittelt wird der Hasenbestand jeden Winter durch die Jäger.»

Eine sehr gute Resonanz hat Eveline Schürmann von den beteiligten Landwirten erhalten. Im vergangenen Jahr ist man mit acht Landwirten und insgesamt neun «Hasenfeldern» gestartet.

Ein Landwirt macht dieses Jahr aufgrund der Fruchtfolge eine Pause, dafür sind zwei neue hinzugekommen. «Wir hatten noch mehr Interessierte, aber die Versuchsfläche ist auf zehn Hektaren begrenzt.»

Die weniger dicht gesäten Getreideflächen befinden sich im Uelberg, im Eichwald und im Iberg. Wegen der Fruchtfolge können die Bauern nicht jedes Jahr am selben Ort Wintergetreide anpflanzen, aber die «Hasenfelder» bleiben im selben Gebiet. Gesehen wurden die Hasen bisher im Eichwald und im Iberg.

Auf dem Uelberg nistet die Feldlerche. Auch für sie bieten die «Hasenfelder» einen besseren Nist- und Rückzugsraum. Eveline Schürmann: «Im Eichwald und im Iberg habe ich bis jetzt noch keine Feldlerche gehört, aber vielleicht kommen die Vögel dann in den folgenden Jahren.»

Pilotprojekt begeistert

Landwirt und Vizeammann Patrik Meier ist begeistert vom Pilotprojekt. «Mit wenig Aufwand können die Landwirte viel zum Schutz der Hasen beitragen.» Ausserdem sei ihm aufgefallen, dass die grösseren Abstände beim Säen auch dem Getreide zugute kommen.

«Die Pflanzen haben mehr Platz und bestocken besser.» Allerdings hätten die Landwirte in diesem Herbst um ihr Getreide zittern müssen. «Wenn es lange trocken ist und plötzlich Frost kommt, verlieren die Pflanzen den Bodenschluss und gehen ein.»

Zum Glück habe es im letzten Moment vor der Kälte noch geregnet. Auf seinem eigenen Feld habe er leider keine Hasen entdecken können. «In meinem Land waren die Wildschweine. Diese haben die Hasen wohl vertrieben.»

Bezahlt wird der Ertragsausfall, den die Landwirte durch die weniger dicht bewachsenen Flächen haben, vom Kanton. Die Finanzierung ist bis 2017 gesichert, danach endet der Pilotversuch. Eveline Schürmann: «Wir möchten unbedingt weitermachen und sind jetzt daran, neue Partner für die Finanzierung zu finden.»

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