Gesundheit

Corona-Virus: Im Fricktal hat es noch keine Hysterie ausgelöst

Apothekerin Jessica Wochner von der Vinzenz-Apotheke in Eiken relativiert die Anfragen nach Mundschutzmasken.

Apothekerin Jessica Wochner von der Vinzenz-Apotheke in Eiken relativiert die Anfragen nach Mundschutzmasken.

Die Nachfrage nach Mundschutzmasken in sechs Fricktaler Apotheken hält sich in Grenzen.

Während die Nachfrage nach Mundschutzmasken in Basler oder Zürcher Apotheken stark angestiegen ist, zeichnen Fricktaler Apothekerinnen und Apotheker ein anderes Bild. «Von einer Hysterie kann nicht die Rede sein», bilanzieren sowohl Olivier Kreis von der Löwen-Apotheke als auch Margrit Tscheulin von der Storchen-Apotheke in Frick. «Während Atemschutzmasken sonst kein Thema sind, haben wir seit Bekanntheit des Corona-Virus 40 Schachteln à 10 Stück verkauft», sagt Margrit Tscheulin und bilanziert «erstaunlich wenige Anfragen».

Wichtig sei die Unterscheidung zwischen klassischen Hygienemasken und OP-Masken, wie sie das Spitalpersonal brauche, sagt Caroline Eigenmann von der Linden-Apotheke in Kaiseraugst. Letztere hätten eine höhere Schutzfunktion und verlangten einen Wechsel nach ein paar Stunden. «Verkauft habe ich im Januar keine und seit Anfang Februar bisher 13 Hygienemasken», sagt Eigenmann. Eine Ansteckung schliesse das Tragen dieser Masken nicht aus.

Kauf von Hygienemasken dient auch der Beruhigung

«Der Verkauf von Mundschutzmasken bei uns dient insbesondere der Beruhigung», sagt Jessica Wochner von der Vinzenz-Apotheke in Eiken. «Vom Grossisten erhielten wir nicht genug Masken, um die Nachfrage zu decken», sagt sie. Momentan habe sich die Nachfrage schon wieder beruhigt. «Die Kunden Anfang Jahr waren Reisende, die sich auf Flughäfen aufhalten», sagt Wochner.

Auch Markus Kasper von der Oberdorf-Apotheke in Möhlin verkaufte Hygienemasken bislang vor allem an Flugzeug-Reisende. «Selten sind Kunden, die Exemplare aus Schutz gegen eine mögliche Virenansteckung in der Schweiz kaufen», sagt der Apotheker. «Wir verfügen noch über wenige Restexemplare an den üblichen Hygienemasken», sagt der Apotheker. «Während wir im Monat Januar 19 Pack der gebräuchlichen Hygienemasken verkaufen konnten, waren es in der ersten Hälfte des Monats Februar bisher neun.»

Grösser sei der Stock an Operationsmasken mit Ventil. Gewiss sei die Mortalität höher als bei einem üblichen Grippevirus. Die Infektiosität jedoch liege zwischen einem und zwei Prozent. «Reisenden, die sich an Flughäfen aufhalten, raten wir zu einem Desinfektionsmittel für die Hände», sagt Markus Kasper. Das Desinfektionsmittel Sterilium ist in der Oberdorf-Apotheke ausverkauft.

Paula Ducret von der Rosenau-Apotheke in Rheinfelden thematisiert neben Reisenden Richtung Asien Menschen, die Masken kaufen, falls es in der Schweiz zu einer Ansteckungsgefahr kommt. «Gewisse Kunden betreten die Apotheke schon mit Mundschutz», sagt Ducret. Neben einem Vorrat an Hygienemasken sei die stabilere «3M-Maske» mit besserem Filter ausverkauft. Wer beim Schweizer Grossisten nach mehr Masken verlange, komme auf eine Warteliste. Geliefert würden weniger als gewünscht.

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