Zu einem besinnlichen und etwas anderen Weihnachtskonzert sowie zum gemeinsamen Gesang hatten die 13 Musiker der AEW Concert Brass Band unter Leitung von Tristan Uth in die katholische Kirche St. Wendelin eingeladen. Die Brass Band wurde 1875 als Musikgesellschaft Mumpf gegründet und hat derzeit 30 Blechbläser und Schlagzeuger, die aus dem Aargau, Baselbiet sowie dem süddeutschen Raum kommen.

«Unser Alltag, vor allem vor dem Weihnachtsfest, ist oftmals von Stress und Hektik geprägt. Überall ist es laut, eine Vielzahl an Eindrücken bestimmt diese Zeit. Wir wollen mit unserem Konzert etwas Ruhe, Entspannung und Entschleunigung bringen», erklärte Dirigent Uth, der das Ensemble seit 2015 leitet, das Programm. In diese Richtung gingen auch seine Gedanken und Überlegungen, mit denen er aus den Texten der gespielten Stücke heraus das Konzert begleitete: Er philosophierte ein wenig über das Schenken, über das Geniessen sowie darüber, was dabei wirklich zählt.

Ein Echo aus der Ferne

«Herbei, ihr Gläubigen», «Kommet ihr Hirten» oder solche bekannten Lieder wie «O du fröhliche» und «Stille Nacht» sangen alle zusammen. Das getragene Stück «In stiller Nacht, zur ersten Wacht» von Johannes Brahms (1833-1897) hat seinen Ursprung im Passionslied des Jesuiten Friedrich Spee. Das Stück kam melancholisch und wehmutsvoll wie ein Echo aus weiter Ferne daher.

Nach einem Gedicht von Eichendorff komponierte Felix Mendelssohn Bartholdy (1809-1847) das Lied «Abschied vom Walde». Romantisch, teils sentimental, nahmen die Musikanten die Gäste mit in die Natur, denn im «Walde steht geschrieben, ein stilles, erstes Wort vom rechten Tun und Lieben».

Geheimnisvoll und zärtlich vom österreichischen Komponisten Anton Bruckner (1824-1896) war die ergreifende Motette «Locus iste». Das Stück wurde damals geschrieben für die Einweihung der Votivkapelle im Mariä-Empfängnis-Dom Linz. Von Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791) wurde der mittelalterliche Hymnus «Ave verum» vertont, eines seiner bekanntesten Werke, das kurz vor seinem Tod entstanden ist. Virtuos beseelt war das «Concerto Crosso» von Arcangelo Corelli (1653-1713), herrlich jubilierend und festlich war das «Air» vom niederländischen Komponisten Ted Huggens (1928-2006).

Über das Geheimnis der Heiligen Nacht, über die Ankunft einer besseren Wirklichkeit, über Liebe, die in uns ist und nicht erst ankommen muss, sprach Tristan Uth. Er stellte diese Worte zum Schluss in den Kontext zu seiner nachdenklich und leisen Eigenkomposition «Liebe und Vergebung».