Laufenburg

Bilanz nach einem Jahr: Jeder Dritte stempelt im Zoll-Container – Angebot wird immer beliebter

Rund 35 Prozent der Ausfuhrscheine werden in den Containern gestempelt.

Rund 35 Prozent der Ausfuhrscheine werden in den Containern gestempelt.

Die Abfertigungsstellen für Ausfuhrscheine im «Laufenpark» sind seit rund einem Jahr in Betrieb – und werden immer beliebter.

Die Situation am Laufenburger Zollübergang kann ganz schön unübersichtlich sein. Gerade an Samstagen, wenn nach wie vor viele Schweizer ihren Einkauf ennet der Grenze erledigen – und danach am Zoll ihre grünen Ausfuhrscheine abstempeln lassen wollen. Dem Pressesprecher des Hauptzollamts Singen, zuständig für die Zollstellen von Konstanz bis Bad Säckingen, kommt das Wort «vogelwild» über die Lippen, als er die Parkmanieren mancher Einkaufstouristen beschreibt. «Die chaotisch parkierten oder parkierenden Fahrzeuge, die Fussgänger und die vorbeifahrenden Autos – das hat teilweise schon zu gefährlichen Situationen geführt», sagt Mark Eferl. Das tut es ab und zu immer noch. Aber: «Die Situation hat sich deutlich entschärft», so Eferl.

Wohl der Hauptgrund für die Entschärfung steht Luftlinie rund 400 Meter entfernt auf deutscher Seite. Dort, auf dem grossen Parkplatz des Einkaufszentrums Laufenpark zwischen dem «Edeka»-Supermarkt und dem Gesundheitszentrum, hat das Hauptzollamt Singen vor genau einem Jahr eine Containeranlage aufgestellt. Im Container, einer sogenannten «vorgelagerten Abfertigungsstelle», können Einkaufstouristen seither ihre Ausfuhrscheine abstempeln lassen. Sieben zusätzliche Mitarbeiter hat das Zollamt Singen für die neue Abfertigungsstelle im «Laufenpark» eingestellt, zwei arbeiten in jeder Schicht.

Entlastung für das Zollamt

Die Bilanz zum Container fällt nach einem Jahr Betriebszeit positiv aus: «Eine Entlastung des Zollamts ist deutlich erkennbar», sagt Mark Eferl. Wie viele Ausfuhrscheine an den einzelnen Grenzübergängen abgestempelt werden, kommuniziert das Zollamt nicht. Wohl aber eine Tendenz, und die ist deutlich: Wurden in der Anfangszeit noch knapp 20 Prozent der Ausfuhrbescheinigungen in der Containeranlage abgestempelt, so seien es inzwischen rund 35 Prozent, sagt Eferl. Mehr als jeder dritte Einkaufstourist lässt seinen Ausfuhrschein also im Container abstempeln. «Die Zahl ist über die vergangenen Monate stetig gestiegen. Wir erwarten, dass dies auch so weitergeht», so Eferl.

Entsprechend sei das Hauptzollamt Singen «zufrieden» mit der vorgelagerten Abfertigungsstelle. «Gerade an den Hochbetriebstagen bewährt sich das System», sagt Eferl. Zu diesen Hochbetriebstagen zählen erfahrungsgemäss die Feiertage oder Wochenenden kurz nach dem Zahltag.

Am Grenzübergang komme es gerade an solchen Tagen zwar ab und an trotzdem noch zu Staus. «Diese sind aber hauptsächlich der baulichen Verkehrssituation geschuldet», sagt Eferl. Sowohl auf deutscher als auch auf Schweizer Seite sind in unmittelbarer Nähe zum Grenzübergang Kreisel. «Dort gibt es bei einer Überlastung rasch Rückstaus», sagt Eferl. Aktuell sei ausserdem die Baustelle in Laufenburg spürbar.

Einkaufstourismus nimmt ab

Trotz des Erfolgs in Laufenburg: Weitere vorgelagerte Abfertigungsstellen seien im Gebiet des Hauptzollamts Singen derzeit nicht geplant, sagt Eferl. Ein Grund dafür könnten die weiterhin sinkenden Zahlen bei den Ausfuhrscheinen sein. 11,28 Millionen waren es im Jahr 2015, 11,23 Millionen 2016 und noch 10,79 Millionen 2017. Die Zahlen für 2018 präsentiert das Zollamt Ende März. Eferl aber lässt durchblicken, dass es erneut einen leichten Rückgang zu verzeichnen gibt: «Die Einkaufstourismus-Welle flacht weiter ab.»

Autor

Nadine Böni

Nadine Böni

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