Oberes Fricktal

Bei einer Fusion von Bözen, Effingen und Elfingen stellt sich die Bezirksfrage

Aus der Vogelperspektive: Das Obere Fricktal mit Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen, die ein Zusammengehen prüfen wollen.

Aus der Vogelperspektive: Das Obere Fricktal mit Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen, die ein Zusammengehen prüfen wollen.

Die Gemeinden Bözen, Effingen und Elfingen liegen im Fricktal, gehören aber zum Bezirk Brugg. Das könnte sich bei einem Zusammenschluss ändern.

Sein Statement ist klar: «Ich fühle mich als Fricktaler», sagt Andreas Thommen, Gemeindeammann von Effingen. Nur: Seine Gemeinde gehört, zumindest verwaltungstechnisch, nicht zum Fricktal; Effingen liegt – wie Bözen und Elfingen auch – im Bezirk Brugg.

Auch Giovanni Carau, Ammann von Elfingen, sagt: «Wir sind Fricktaler.» Robert Schmid, Gemeindeammann von Bözen, sieht sein Dorf ebenfalls eher Richtung Frick denn Richtung Brugg ausgerichtet.

Für die Blick-Richtung Frick spricht auch, dass die Gemeinden ihre Doppelmitgliedschaft in der Repla aufgegeben haben – zugunsten von Fricktal Regio. Der Austritt aus dem Planungsverband Brugg Regio sei zum einen aus Kostengründen erfolgt, sagt Thommen. Zum anderen aber auch, weil viele Regio-Brugg-Projekte die Gemeinden ennet dem Bözberg nicht betrafen. «Wir hatten bisweilen das Gefühl, der Bezirk Brugg ende am Bözberg», bringt es Carau auf den Berg-Punkt.

Da stellt sich die Frage: Weshalb macht man nicht gleich Nägel mit Köpfen und wechselt in den Bezirk Laufenburg? Carau könnte sich einen Bezirkswechsel zwar vorstellen, doch stellt sich für ihn diese Frage aktuell nicht.

Auch Thommen zeigt Wechselgelüste. Er hat vor einiger Zeit informell beim Kanton abgeklärt, ob ein Bezirkswechsel möglich wäre. Die Antwort aus Aarau kam ebenso prompt wie klar: Nein. Ein Bezirkswechsel, so beschied man ihm, sei nur bei einer Fusion möglich. Hottwil ist ein Beispiel dafür. Die Gemeinde gehörte zum Bezirk Brugg. Heute ist sie Teil der Gemeinde Mettauertal – im Bezirk Laufenburg.

Bezirkswechsel bei Fusion?

Ein solches Fusions-Wechsel-Fenster könnte für die drei Gemeinden in drei bis vier Jahren aufgehen. Denn sie wollen zusammen mit Hornussen einen Zusammenschluss prüfen – und Hornussen liegt bereits im Bezirk Laufenburg. Carau könnte sich gut vorstellen, dass eine fusionierte Gemeinde zum Bezirk Laufenburg gehört. Auch Schmid sähe eine fusionierte Gemeinde «eher im Bezirk Laufenburg». Er lacht. «Auch das Wasser fliesst ja talwärts.»

Thommen denkt ebenso. Er verhehlt dabei nicht, dass für ihn «ein wirklich mutiger Schritt» eine Grossfusion aller umliegenden Gemeinden mit Frick wäre. Er weiss, dass dies eine Utopie ist – auch, weil Gipf-Oberfrick partout nichts von einer Verlobung mit Frick wissen will. «Schritt für Schritt gehen», lautet die Losung von Carau. Ein erster Schritt sollen nun Vorabklärungen für einen Zusammenschluss der vier Gemeinden Bözen, Effingen, Elfingen und Hornussen sein; die Gemeinderäte legen dem Souverän an ihren Gemeindeversammlungen im Juni ein entsprechendes Projekt vor.

Selbst wenn die Einwohner dazu Ja sagen, heisst das noch lange nicht, dass es zu einem Zusammenschluss kommt. Einen Bezirkswechsel unabhängig davon zu prüfen, erachten die drei Ammänner indes nicht als zielführend. Denn: «Die sind heute nicht mehr so wichtig», sagt Schmid. Sie definieren noch, vor welchem Gericht Streitigkeiten verhandelt werden, und sie bilden die Wahlkreise.

Gerade hier sähe Christian Fricker, Präsident von Fricktal Regio, einen Vorteil, wenn die Gemeinden fricktalisch wären. «Die Zugehörigkeit der drei Gemeinden zum Fricktal kann die Stimmkraft erhöhen, auch im Grossen Rat.» Dann weibelt Fricktal Regio also für einen Bezirkswechsel? Nein, sagt Fricker. «Ein Bezirkswechsel kann nur dann Sinn machen, wenn das die drei Gemeindeversammlungen unisono wünschen.» Auch für SVP-Grossrat Christoph Riner, der im Nachbardorf Zeihen lebt, ist klar: «Ein Bezirkswechsel muss von innen kommen. Den Gemeinden darf niemand dreinreden.»

Auch Gerry Thönen, der vor 15 Jahren die Idee eines Bezirks Fricktal promotet hat, nutzt die Gunst der Handyempfangs-Stunde auf seiner Kreuzfahrt und schreibt per Whatsapp: «Die drei Gemeinden sollen frei entscheiden können.» Von seiner Idee eines Bezirks Fricktal, der aus einer Fusion der Bezirke Laufenburg und Rheinfelden hervorginge, ist er nach wie vor überzeugt: «Das wäre sinnvoll, weil der Bezirk Fricktal auch dem funktionalen und geografischen Raum Fricktal entspricht.»

Für Christian Fricker wäre eine solche Bezirksfusion zwar «keine dumme Idee», doch für ihn ist wichtiger, dass das Fricktal heute auf Repla-Stufe eine Einheit bildet – und da sind die drei Brugger Gemeinden ja dabei. So könne man sich für ihre Interessen einsetzen. «Das tun wir unabhängig von der Zugehörigkeit zu einem Bezirk.»

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