Lang wird es nicht mehr dauern, bis die Grassfrösche und Erdkröten in Scharen wieder auf Wanderschaft gehen. Ihr Ziel: ein Tümpel, um zu laichen. «Wenn die Temperatur demnächst nachts für einige Tage auf über fünf Grad Celsius steigt und es dazu noch feucht ist, werden die Amphibien aktiv und zur Fortpflanzung aufbrechen», weiss Thomas Gerber, Biologe der Abteilung Landschaft und Gewässer im Kanton Aargau.

Frühstarter haben gelaicht

Jedoch waren die Temperaturen im Februar bereits so mild, dass einige Grasfrösche und Erdkröten schon früher als gewohnt zum Laichen aufgebrochen sind. Dies bestätigt auch Thomas Zehnder, Präsident vom Naturschutzverein Frick: «In einigen Tümpeln gibt es schon Laichablagerungen.»

Um die Überlebenschancen der Amphibien zu erhöhen, wurden dort, wo die Kröten und Frösche die Strassen überqueren, für die Verkehrsteilnehmer Warnschilder aufgestellt: «Vierzehn sind es insgesamt. Zusätzlich gibt es während der Laichzeit provisorische Fahrverbote auf einigen Waldwegen», sagt Zehnder.

Auch in Kaisten haben die ersten Amphibienwanderungen stattgefunden, bestätigt Jürg Winter, Präsident des Naturschutzvereins Kaisten. Im Gegensatz zu vergangenen Jahren verzichtet man jedoch auf das Aufstellen von Schutzzäunen an der Strasse: «Die Bestände sind bei uns stark zurückgegangen. Zudem haben wir keine Reservate an Verkehrsstrassen mehr», sagt Winter. Auch in der Nähe des Schulhauses werde man aufgrund der dort stattfindenden Bauarbeiten in diesem Frühling keine Laichplätze finden.

Die Gefahr, dass die Laichablagerungen bei den derzeitigen frostigen Temperaturen Schaden nähmen, sei gering: «Wenn nicht gerade der komplette Tümpel zufriert, dann gehen höchstens die obersten Eier des Laichs ein», sagt Winter.

Wanderungen sicherer machen

Um einem «Froschmassaker» durch Autoreifen entgegenzuwirken, ergreift der Kanton drei Massnahmen: «An einigen Kantonsstrassen sammeln wir die Amphibien in Eimern ein und tragen sie über die Strasse», sagt Gerber und schiebt nach, dass die Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer grossartig sei.

Als zweite Massnahme wurden entlang der neuralgischen Strassen 50 Zentimeter hohe Betonelemente errichtet, welche die Amphibien zu Unterführungen leiten, die unter den Strassen hindurch gehen: «Die Gesamtlänge aller Elemente im Kanton beträgt rund zehn Kilometer», sagt Gerber.

Drittens werden gezielt Tümpel angelegt, um die Amphibien auf sicherere Wege umzuleiten: «Das Fricktal zeigt ein überdurchschnittliches Engagement, was die Bestandspflege von Amphibien anbelangt», lobt Gerber. So würden viele Fördervereine, Naturschutzvereine und Forstwirte kleine Wassergräben und Tümpel anlegen: «Die Frösche liegen den Fricktalern am Herzen», sagt Gerber.