Frick

Autobahnraststätte im ehemaligen A3-Werkhof? Politiker sind anderer Meinung

Der ehemalige A3-Werkhof (Mitte) liegt an der Autobahnausfahrt (links) und könnte als Rasthof genutzt werden.

Der ehemalige A3-Werkhof (Mitte) liegt an der Autobahnausfahrt (links) und könnte als Rasthof genutzt werden.

Der Kanton will den einstigen Autobahn-Werkhof für das Katastrophen Einsatzelement nutzen. Fricktaler Politiker erachten eine gewerbliche Nutzung als sinnvoller.

Nächste Raststätte: Dinoland. So oder so ähnlich könnte dereinst ein Schild bei der Ausfahrt Frick lauten. Denn die alte Idee, im Fricktal entlang der A3 eine Autobahnraststätte zu realisieren, bekommt nun neuen Schub – und daran ist der Kanton nicht ganz unschuldig, obwohl das nun gar nicht seine Intention war. Er hat eine Vorlage in die Vernehmlassung gegeben, in der er den ehemaligen A3-Werkhof in Frick nach der Zwischennutzung als Asylunterkunft (siehe Box) umbauen will. Auf dem Gelände, das dem Kanton gehört, soll das Kantonale Katastrophen Einsatzelement (KKE) stationiert werden.

Dieser Vorschlag kommt bei den Parteien unterschiedlich an. Die Grünen sind «vorbehaltlos einverstanden», bürgerliche Parteien und Politiker halten wenig von der Idee. «Es ist typisch», moniert etwa CVP-Grossrat Werner Müller. «Das Fricktal muss um alles kämpfen.» Er nennt als Beispiel das Berufsbildungszentrum in Rheinfelden. «Diese für das Fricktal wichtige Einrichtung will der Kanton schliessen und uns dafür das KKE geben, das kaum Arbeitsplätze und Wertschöpfung bringt.»

Gewerbliche Nutzung sinnvoller

Nichts kann auch FDP-Grossrat Adrian Ackermann der Umnutzung des Werkhofs zum KKE-Standort abgewinnen. «Es kann nicht sein, dass man diese Anlage an bester Lage als Lager nutzt.» Wie Müller plädiert er für einen Verkauf und eine gewerbliche Nutzung des Areals – ganz zur Freude des Planungsverbandes Fricktal Regio. «Die Lage des Werkhofes direkt an der Autobahnausfahrt ist top», sagt Vizepräsident Christian Fricker, der gleichzeitig Vizeammann von Frick ist. «Dieses Areal muss man für das Gewerbe nutzen.»

Der Planungsverband habe in seinen Zielen für 2016 formuliert, die Idee einer Autobahnraststätte im Raum Frick erneut zu prüfen, so Fricker weiter. Der frei werdende Standort des A3-Werkhofes erhalte deshalb Aktualität: «Sinn machen könnte auch eine Kombinutzung als Gewerbezentrum und als Raststätte.»

Anders beurteilt es SP-Grossrätin Elisabeth Burgener. Sie erachtet es als richtig, dass der Kanton den Werkhof behält und selber nutzt. Eine Raststätte steht für sie zudem nicht zuoberst auf der Fricktaler Agenda, «da gibt es viele vordringlichere Sachen».

Die Idee einer Raststätte im Fricktal geistert schon lange herum; beim Bau der Autobahn sparte man bei Oeschgen sogar ein entsprechendes Areal aus. Nun will der Regionalplanungsverband ein für allemal klären, ob eine Raststätte machbar und wirtschaftlich tragbar wäre – im A3-Werkhof oder anderswo.

Müller zweifelt zwar an der Notwendigkeit einer solchen Raststätte, findet es aber richtig, die Frage zu klären. Auch Ackermann ist skeptisch. Er kann sich allenfalls einen Rasthof vorstellen, für den man die Autobahn verlässt und der neben Produkten aus dem Jurapark auch Verpflegungsmöglichkeiten bietet.

Deutlich positiver beurteilt Fredy Böni, SVP-Grossrat und Gemeindeammann von Möhlin, eine Raststätte im Fricktal. «Zwischen Pratteln und Würenlos gibt es keine Verpflegungsmöglichkeit. Ich bin überzeugt, dass eine Raststätte wirtschaftlich funktionieren kann.» Dies gelte es seriös zu klären. Den A3-Werkhof hält er dabei «für geradezu prädestiniert». Ihm schwebt eine Erlebnisraststätte wie das Heidiland vor – einfach mit einem «Fricktaler Brand», also eine Art: Dinoland, in dem der Jurapark erlebbar wird und wo man Park-Produkte kaufen kann. «Eine solche Raststätte könnte der Region einiges an Wertschöpfung bringen», ist Böni überzeugt. Er warnt: «Wenn das KKE kommt, sind sinnvolle gewerbliche Nutzungen für lange Zeit passé.»

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