Stein
«Ausser Kontrolle»: Ein Seitensprung sorgt für Irrungen

Der Theaterverein spielt die Komödie «Ausser Kontrolle». An der Premiere begeistern die Darsteller das Publikum mit grosser Spiellust und viel Witz.

Ingrid Arndt (Text und Foto)
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In der Komödie «Ausser Kontrolle» kommt es zu skurrilen Situationen.

In der Komödie «Ausser Kontrolle» kommt es zu skurrilen Situationen.

Eine fulminante Premiere der Komödie «Ausser Kontrolle» von Ray Cooney: Die 32. Produktion des Theatervereins Stein überzeugte mit Spiellust, Humor gewürzt mit einer Prise britischem Sarkasmus, atemberaubendem Tempo, politischer Satire sowie einem Feuerwerk an Witz und Pikanterie. Das Ensemble steht unter der Leitung seiner erfahrenen Regisseurin Esther Ammann, die seit Gründung dem Verein angehört.

Die Zuschauer im ausverkauften Haus klatschten begeistert auf offener Szene, amüsierten sich während der drei Stunden der Aufführung königlich, verfolgten genüsslich, wie die Mimen im Stück von einer Katastrophe in die nächste schlitterten.

Im Stück sucht SVP-Nationalrat Arthur Aebi (Ralph Ammann) in einem kleinen Seitensprung prickelnde Abwechslung vom ein wenig träge gewordenen Ehealltag. Heimlich muss das selbstverständlich sein, denn seine vielversprechende Karriere darf dabei nicht gefährdet werden. Das Ziel seiner Begierde ist schon gefunden, die junge schöne, allerdings ebenfalls verheiratete Kollegin Anita (Carmen Cangeri), Sekretärin bei der SP. Einem vielversprechenden Tête-à-tête mit dem attraktiven Aebi ist auch sie keineswegs abgeneigt. Beide verlassen vorzeitig eine nächtliche Sitzung im Hohen Haus, um sich in einer Luxussuite des Berner Nobelhotel Federal ein paar erotische Stunden zu gönnen. Nur wenn die politische Debatte total aus dem Ruder laufe, schärft der Nationalrat seinem Assistenten Willy Waser (Lars Tillner) ein, darf er stören. Doch nicht die Politik verhindert das lustvolle Treiben der beiden in der Suite, sondern eine leblose Person, eingeklemmt auf der Fensterbank.

Fatale Situation, skurrile Ausreden

Das Geschehen nimmt rasant Fahrt auf, die Luxussuite wird zum Taubenschlag. Ständig klopfen mit Nachdruck unerwünschte Leute an die Tür, eine fatale Situation jagt die andere. Nationalrat Aebi erfindet Ausreden, die an Skurrilität kaum noch zu übertreffen sind, und scheut sich nicht, dafür auch seinen arglos linkischen Assistenten Waser einzuspannen.

Grossartig sind die spitzzüngigen Dialoge, die Wortakrobatik, die zum Himmel schreienden Ausreden des in die Enge getriebenen Nationalrates. Ein herzerfrischend unterhaltsames Spiel, absurd, wirklichkeitsnah, fein beobachtet und ziemlich irre.

Weitere Vorstellungen im Saalbau Stein: Freitag, 17. Januar, 20 Uhr; Samstag, 18. Januar, 20 Uhr und Sonntag, 19. Januar, 14 Uhr.

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