Frick

«Ausgerechnet am Markttag»: Jedes 14. Fahrzeug war in der Tempo-30-Zone zu schnell

Die Polizei führte am Markttag in Frick eine Geschwindigkeitskontrolle am Gänsacker durch. Ging es um die Generierung von Einnahmen?

Der AZ-Leser ist aufgebracht. «Ausgerechnet am Markttag hat die Polizei in der Tempo-30-Zone im Gänsacker die Geschwindigkeit kontrolliert», enerviert er sich am Tag nach dem Markt. «Denen ging es doch nur um die Kohle.»

Seine Wut hat einen handfesten Grund: Auch er wurde am Montag am Gänsacker geblitzt. So wie 316 weitere Automobilisten, wie Gemeindeschreiber Michael Widmer auf Anfrage der AZ sagt. In drei Sessionen kontrollierte die Polizei am Montag, ob und wie gut das Tempolimit am Gänsacker eingehalten wird: von 5 bis 9, 11 bis 15 und 17 bis 21 Uhr. Insgesamt wurden 4494 Fahrzeuge gemessen; durch den Gänsacker fuhren am Montag so viele Automobilisten, weil die Strasse von einem Teil der Autofahrer als Marktumfahrung genutzt wurde.

Von den knapp 4500 Fahrzeugen waren 264 zwischen einem und fünf km/h zu schell. 49 hatten 6 bis 10 km/h zu viel auf dem Tacho, drei blitzte es mit 10 bis 15 km/h zu viel. Ein Autofahrer, der mit 51 km/h unterwegs war, wurde bei der Staatsanwaltschaft angezeigt.

Den Vorwurf des AZ-Lesers, es sei der Polizei am Montag bei der Geschwindigkeitskontrolle nur um die Generierung von Einnahmen gegangen, lässt Widmer nicht gelten. «Bei der Polizei waren im Vorfeld Meldungen aus der Bevölkerung eingegangen, wonach es an früheren Markttagen häufig zu Geschwindigkeitsübertretungen in diesem Quartier gekommen war», erklärt er den Grund der Kontrolle. 

Widmer verweist zudem darauf, dass in den letzten Monaten «über einen längeren Zeitraum» die Geschwindigkeitsmessanlage «Speedy» angebracht gewesen sei, um die Fahrzeuglenker für die reduzierte Höchstgeschwindigkeit zu sensibilisieren. «Schliesslich hatte der Gemeinderat im Vorfeld mehrfach öffentlich informiert, dass auch Geschwindigkeitskontrollen durch die Polizei mit Bussenfolge durchgeführt würden», so Widmer. Da gerade über die Tempo-30Zone im Gänsacker mehrfach berichtet worden sei, «verfügt diese somit über einen hohen Bekanntheitsgrad». Die geltende Höchstgeschwindigkeit sei mit Schildern, Bodenmarkierungen und Eingangstoren auch gut erkennbar.

Die polizeiliche Geschwindigkeitskontrolle ist zudem laut Widmer «nur als eines von vielen Mitteln zu sehen», in diesem Wohnquartier die Verkehrssicherheit zu gewährleisten und die signalisierte Höchstgeschwindigkeit durchzusetzen.

Die Tempo-30-Zone am Gänsacker wurde vor knapp zwei Jahren eingeführt. Die Gemeinde ist mit der Einhaltung des Tempolimits zufrieden. «Wie die früheren Auswertungen mit dem Statistikgerät gezeigt hatten, liegt das Geschwindigkeitsniveau in dieser Tempo-30-Zone im Bereich der Vorgaben», so Widmer.

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Autor

Thomas Wehrli

Thomas Wehrli

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