Gerardo Pelosi hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch nun hat der Besitzer der Liegenschaft an der Brodlaube 23 in Rheinfelden beschlossen, dass das Gasthaus zum Engel vorderhand nicht mehr existieren wird. «Es fällt mir schwer und es macht weh», sagt Pelosi. Schliesslich sei er in unmittelbarer Nachbarschaft zum «Engel» aufgewachsen.

Wirtepersönlichkeiten fehlen

Bereits seit letztem Mai ist das Restaurant in der Rheinfelder Altstadt geschlossen. Untätig ist Pelosi seither nicht geblieben. Er hat eine Nachfolgelösung gesucht und das Lokal auf Online-Plattformen ausgeschrieben. «Ich wollte ein Restaurant mit gutbürgerlicher Küche», sagt er. Allzu viele davon gebe es ja in Rheinfelden nicht mehr. Doch er fand keinen geeigneten Wirt. Die meisten Interessenten hätten die Absicht gehabt, im «Engel» einen Schnell-Imbiss oder ein Take-away-Lokal einzurichten. Von allen Bewerbern sei für ihn nur ein Pärchen mit Gastronomie-Erfahrung, das sich selbstständig machen wollte, infrage gekommen, so Pelosi weiter. Letztlich habe aber bei diesen Interessenten die Finanzierung nicht geklappt.

Dafür, dass er nicht mehr interessante Bewerbungen erhalten hat, hat Pelosi mehrere Erklärungen. Die Grenznähe sei sicher kein Vorteil, sagt er. «Doch ich bin der Meinung, dass der Markt für ein gutbürgerliches Restaurant bestünde.» Es fehle jedoch an «Wirtepersönlichkeiten», die den nötigen Aufwand auf sich nehmen würden.

Als Gerardo Pelosi im Herbst gemerkt hat, dass sich die Wirte-Suche schwierig gestaltet, begann er, sich Alternativen zu überlegen. Nun hat er ein Baugesuch zur Umnutzung des Erdgeschosses eingereicht, das ab morgen öffentlich aufliegt. «Geplant sind ein bis zwei Wohnungen und ein Atelier», so Pelosi. Er werde sich beim Umbau aber auch nach den Wünschen der künftigen Mieter richten. Pelosis Ziel ist es, möglichst bald mit den Umbauarbeiten zu beginnen und sie im Spätsommer oder Herbst abzuschliessen.

Kleines Hintertürchen bleibt

In den Obergeschossen der Liegenschaft befinden sich bereits jetzt Wohnungen. «Die Wohnlage ist gefragt», so Pelosi. Die Wohnungen stünden jeweils nicht lange leer. Dennoch sollen beim Umbau des Erdgeschosses nun gewisse gastrospezifische Installationen bestehen bleiben. «So könnten wir relativ schnell wieder umbauen, falls sich die Situation ändert und ein Restaurant an dieser Lage gefragt ist», sagt Pelosi.