Wenn man das mehrstimmige Quaken der Frösche rund um den Ziegeleiweiher interpretieren müsste, dürfte es sich bei den Lauten deutungsweise um Freudengeschrei handeln.

Die Gemeinde Frick erteilte dem Forstbetrieb Thiersteinberg diese Woche die Bewilligung für den Bau von sieben Tümpeln im Waldstück nördlich der Ziegelei und gab somit grünes Licht für «ein Projekt mit rein naturschützerischen Absichten zur Förderung der Amphibien», wie Förster Stefan Landolt das Vorhaben beschreibt.

Naturschutzprogramm Wald

Zusammen mit der Biologin Stefanie Burger aus der Abteilung Wald vom kantonalen Departement für Bau, Verkehr und Umwelt entwarf er ein Konzept zur Aufwertung des Waldstücks beim Ziegelweiher, einem Naturschutzgebiet von kantonaler Bedeutung. Der bestehende Lebensraum für Amphibien mit dem 1 Hektar grossen Weiher und der umliegenden Uferfläche samt Waldgebiet wird mit den zusätzlichen Kleinbiotopen in der näheren Umgebung des stehenden Gewässers ergänzt. Hier sollen im Frühjahr 2015 Geburtshelferkröten und Gelbbauchunken mit dem neu geschaffenen Zuhause einen geschützten Ort zum Laichen vorfinden und dadurch die rückläufigen Bestände der bedrohten Tiere regeneriert werden.

Mit der Begradigung der Flussläufe durch den Menschen verschwanden zunehmend die Auen, der natürliche Lebensraum der Geburtshelferkröten und Gelbbauchunken, und mit den verloren gegangenen Habitaten wurde folglich deren Zahl arg dezimiert. Mit Projekten wie dem Bau der Tümpel versucht das kantonale Naturschutzprogramm Wald, dieser Problematik aktiv zu begegnen.

Ausserdem profitieren künftig auch die heimischen Bergmolche und Grasfrösche von den Tümpeln, die sich ebenfalls gerne in den niedertiefen Stillgewässern tummeln. Das Projekt ist aber insofern auch spannend, als dass nicht nur Amphibien mit der Aufwertung gefördert werden.

«Wenn durch die Auflichtung mehr Wärme auf den Waldboden fällt und neue Kleinstrukturen entstehen, fühlen sich hier vielleicht bald auch Zaun-
eidechsen und Ringelnattern wohl. Das wäre ein voller Erfolg», erklärt Stefanie Burger die Bedeutung des Projekts im Gesamtzusammenhang.

Ideales Gelände für Tümpel

Der Standort im Waldstück beim Ziegeleiweiher ist prädestiniert für die Stillgewässer von geringer Tiefe im Kleinformat: «Durch die Unzugänglichkeit des Geländes besteht keine Gefahr, dass die Tümpel durch Trittschäden in Mitleidenschaft gezogen werden», erklärt Stefan Landolt die Vorteile des unwegsamen Terrains im Waldstück. Ausserdem findet man auf dem Gelände mit den lehmhaltigen Erdschichten optimale Bodenstrukturen vor, die das Versickern von angesammeltem Wasser weitgehend verhindern. Gefüllt werden die Tümpel durch bereits bestehende Drainagen nebst Oberflächenwasser durch Niederschläge. Die Kosten für die anfallenden Aushub- sowie die vorgängigen Forstarbeiten sind auf gesamthaft 50 000 Franken veranschlagt und werden vom Kanton vollumfänglich getragen.